Porsche hat zur außerordentlichen Hauptversammlung eine vorläufige Bilanz des Geschäftsjahres gezogen. Und die fällt gemischt aus: Während die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge und der Umsatz stagnierten, sieht es beim Gewinn exzellent aus. Das ist aber keineswegs dem Verkauf von Autos geschuldet, sondern hat einen anderen Grund.
Der 2007-er Porsche Cayenne ist kaum vom Vorgänger zu unterscheiden. Die Scheinwerfer sind neu. Das meiste hat sich unter der Haube verändert. Foto: Hersteller
HB/der STUTTGART. „Es ist nicht schwer vorherzusagen, dass unser Jahresergebnis deutlich – und ich meine deutlich – über den 2,1 Mrd. Euro des Vorjahres liegen wird“, prognostizierte Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Dienstag in Stuttgart. Die Neubewertung des Anteils an Volkswagen alleine schlage mit einem Buchgewinn von 520 Mill. Euro zu Buche, weitere Sondererträge stammten aus Geschäften zur Sicherung des VW-Kurses.
Porsche war vor knapp zwei Jahren bei VW eingestiegen und hält 30,97 Prozent der Stimmrechte. Die Beteiligung hat Porsche mehr als 5 Mrd. Euro gekostet. Dank der erfolgreichen Sanierung des Wolfsburger Autobauers hat sich dessen Aktie in den vergangenen Monaten erheblich verteuert. Hinzu kommt, dass das VW-Gesetz, das eine Übernahme verunmöglicht, vor dem Fall steht. Dies beflügelt die Phantasie der Anleger, Porsche könnte den Massenhersteller gänzlich übernehmen, schließlich haben die beiden Autobauer die gleichen Wurzeln und arbeiten auch eng zusammen.
Trotz aller Fortschritte sieht Porsche-Chef und VW-Aufsichtsrat Wiedeking aber noch Handlungsbedarf in Wolfsburg: „Volkswagen spielt zwar in der Champions League, ist aber noch nicht an der Spitze.“ Er bemängelte vor allem die „Kostenstrukturen“. Es gebe noch zu viele Absatzgebiete, in denen die Profitabilität von Europas größtem Autobauer zu wünschen übrig lasse. Wiedeking kündigte an, Porsche werde die Probleme bei VW anpacken. „Wir begnügen uns nicht mit einer Zuschauerrolle“, bekräftigte der Manager frühere Aussagen. Er betonte aber zugleich, die Selbstständigkeit des Volkswagen-Konzerns sichern zu wollen.
Cayenne-Facelift bereitet Probleme
Doch auch im eigenen Haus läuft nicht alles bestens: Porsche hat in den ersten 10 Monaten des am 31. Juli zu Ende gehenden Geschäftsjahres 2006/2007 weltweit 79 540 Fahrzeuge verkauft. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 24 Autos mehr. Der Umsatz stagnierte nahezu bei 5,98 Mrd. Euro. Grund für das verhältnismäßig flaue Geschäft war der Generationenwechsel beim Geländewagen Cayenne im Februar. Auch die Boxster-Baureihe verkaufte sich schlechter, obwohl mit dem Cayman mittlerweile auch eine geschlossene Version angeboten wird. Dagegen verkaufte sich der Klassiker 911 ausgesprochen gut.
Sorgen bereitete Porsche der wichtigste Auslandsmarkt USA. In den ersten 10 Monaten verkauften die Stuttgarter dort 9 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Während der Absatz auf der ganzen Welt brumme, sei der Hersteller offensichtlich in den Vereinigten Staaten „Opfer der dort verbreiteten, selbstzerstörerischen Rabattpolitik der Wettbewerber“ geworden, beklagte Wiedekung. Man selbst werde aber weiterhin keine Rabatte geben, bekräftigte er.
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