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14.01.2009 
Postbank-Deal

Post steigt bei Deutscher Bank ein

von Axel Granzow, Oliver Stock, Peter Köhler und Robert Landgraf

Die Deutsche Post beteiligt sich an der Deutschen Bank. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zahlt für die Beteiligung an der Postbank teilweise mit eigenen, neuen Aktien. Die Post könnte nach Abschluss des Geschäfts mit bis zu zehn Prozent einer der größten Anteilseigener der Deutschen Bank sein. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.

Handelseinig: Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Post-Chef Appel am 12. September 2008 in Bonn. Foto: apLupe

Handelseinig: Deutsche-Bank-Chef Ackermann und Post-Chef Appel am 12. September 2008 in Bonn. Foto: ap

FRANKFURT. Im neu entfachten Poker zwischen Post und Deutscher Bank um den Verkauf der Postbank an den Branchenprimus kommt es zu einer überraschenden Wende: Nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen erhält die Post einen Teil des Kaufpreises in Aktien und wird dadurch mit einem Anteil „im hohen einstelligen Prozentbereich“ zum Großaktionär des Frankfurter Geldinstituts.

Die neue Vereinbarung besteht aus drei Komponenten. Sie sieht neben Bargeld eine Umtauschanleihe sowie eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage vor. Alle Beteiligten hoffen auf Vorteile aus dem neu geschnürten Paket: Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, schont das Eigenkapital seiner Bank. Gleichzeitig erhält Post-Chef Frank Appel mehr Barmittel als ursprünglich geplant. Verschiedene Nachrichtenagenturen berichten, dass der Einstieg auf weniger als ein Jahr begrenzt sei.

Kommentar: Nur nicht zur Soffin

Der Kompromiss sieht in Grundzügen vor: Indem sie eine Umtauschanleihe begibt, erhält die Post kurzfristig Geld. Anleger und damit auch die Deutsche Bank können den Spezialbond zu einem späteren Zeitpunkt in Aktien der Postbank umtauschen. Infolge der Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage gibt die Deutsche Bank neue Aktien heraus, reicht sie an die Post weiter und erhält dafür Papiere der Postbank.

Damit schonen die Frankfurter ihr Eigenkapital, das in der Finanzkrise zur entscheidenden Messgröße für die Stabilität der Geldhäuser geworden ist. „Wir streben eine Lösung an, bei der die Deutsche Bank besser dasteht, ohne dass die Post darunter leidet“, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Werden sich beide Parteien auch in Details noch handelseinig, kann die gesamte Übernahme schneller als bisher geplant über die Bühne gehen. Ursprünglich war ein zweistufiger Verkauf vorgesehen, der sich über drei Jahre hätte hinziehen können. Beide Seiten sollen sich nach Handelsblatt-Informationen darauf verständigt haben, dass die Post die Aktien der Deutschen Bank nur befristet hält.

Bereits Ende Oktober hatte der Finanzvorstand der Deutschen Bank, Stefan Krause, vorgerechnet, dass der Einstieg bei der Postbank zu den ursprünglichen Konditionen die Kernkapitalquote seines Instituts von 10,3 Prozent um 0,6 Prozentpunkte drücken und dann unter der Vorgabe von Ackermann liegen würde. Ackermann verlangt zehn Prozent.

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