Postbank bestreitet Vorwürfe: Homm entscheidet bald über Klage gegen Postbank

Postbank bestreitet Vorwürfe
Homm entscheidet bald über Klage gegen Postbank

Innerhalb von zwei Wochen will der BHW-Aktionär und Hedge-Fonds-Manager Florian Homm über eine Klage gegen die Bonner Postbank entscheiden. Er wirft Deutschlands größter Filialbank vor, mit veralteten Informationen Börsianer in die Irre geführt und mit eigenen Aktivitäten im Markt den BHW-Kurs vor der Übernahme im Oktober gedrückt zu haben.

HB FRANKFURT. Die Postbank bestreitet die Vorwürfe. Sie habe im Zuge der 1,8 Mrd. Euro teuren Akquisition der Hamelner BHW, Deutschlands zweitgrößter Bausparkasse, korrekt gehandelt, bekräftigte ein Bank-Sprecher am Freitag.

„Wir behalten uns Klagen nach deutschem und amerikanischen Recht vor und brauchen etwa zwei Wochen für eine Entscheidung darüber“, sagte Homm im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er hält eigenen Angaben zufolge knapp drei Prozent der BHW-Anteilsscheine und ist nahe dem aktuellen Kurs von rund 15,50 Euro eingestiegen. Von der Postbank, die mehr als 90 Prozent kontrolliert, fordert er um die 17,50 Euro je Aktie als Abfindung. Die Postbank will die restlichen Kleinaktionäre herausdrängen und dürfte ihnen ein Angebot machen, das sich am rechnerischen Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate orientiert. Das wären allerdings nur gut 15 Euro.

„Wir wären nicht eingestiegen, wenn wir gewusst hätten, dass wir Aktien von einem Insider kaufen“, sagte Homm. Angesichts des geringen Streubesitzes an BHW sei es wahrscheinlich, dass er bei der Aufstockung seiner Anteile BHW-Aktien der Postbank erworben habe. Seiner Einschätzung nach hatte die Postbank bis in den August hinein noch am Markt Anteile ihres damaligen Paketes von gut neun Prozent verkauft. Die Postbank hatte im März 2005 das Paket von der Münchener Rück erworben und war danach auch im Aufsichtsrat vertreten. Der Postbank-Sprecher sagte, die Handelsaktivitäten seien deutlich vor der Vertragsunterzeichnung im späten Oktober eingestellt worden.

Homms Anwälte prüfen derzeit mögliche Verstöße gegen das Wertpapierhandelsgesetz, etwa durch die Irreführung von Anlegern mit falschen Informationen beziehungsweise durch das Unterlassen von bestimmten Informationen. Auch mögliche Kursmanipulationen und unerlaubte Insidergeschäfte würden recherchiert, sagte Homm. Er wolle der Wertpapieraufsicht BaFin die Unterlagen zur Verfügung stellen. Eine Sprecherin der Behörde sagte, es gebe derzeit keine förmliche Untersuchung in dem Fall.

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