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07.02.2008 
Verkaufspläne

Postbank in der Warteschleife

Vor einem Verkauf des Finanzinstituts will die Post erst die Probleme mit ihrer US-Tochter lösen. Analysten fordern den gelben Riesen immer wieder dazu auf, sich auf das Kerngeschäft zu beschränken. Dementsprechend positv werden die Gedankenspiele und Gerüchte um die Postbank an der Börse aufgenommen.

Die deutsche Post denkt über einen Verkauf ihrer Banktochter nach. Foto: dpaLupe

Die deutsche Post denkt über einen Verkauf ihrer Banktochter nach. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Deutsche Post will vor einem möglichen Verkauf der Postbank die Zukunft für ihr US-Geschäft regeln. Bisher hat die Post nach Informationen aus Unternehmenskreisen deshalb noch keiner Investmentbank ein Mandat für Verkaufsgespräche über die Postbank erteilt. Entsprechend seien auch noch keine Gespräche geführt worden. Noch sei das Thema Postbank ein reines Gedankenspiel. In einem Zeitungsbericht hatte es geheißen, mit der Deutschen Bank, der Allianz und der ING seien bereits erste Gespräche geführt worden.

Die Post wollte sich zu dem Thema ebenso wenig äußern wie Postbank, Deutsche Bank oder Allianztochter Dresdner Bank. „Bereits seit Monaten gibt es Spekulationen rund um die Postbank. Dies ist eine weitere, die wir ebenso wenig kommentieren“, sagte ein Post-Sprecher. In Aufsichtsratskreisen hieß es, im Konzern werde zwar über Szenarien für die beiden Großbaustellen im Konzern – das defizitäre US-Expressgeschäft und die Postbank – diskutiert. Im Aufsichtsgremium selbst stehe dies jedoch nicht auf der Tagesordnung.

Seit vergangenem Herbst bereitet Postchef Klaus Zumwinkel die Märkte darauf vor, dass er in diesem Jahr darüber entscheidet, ob die Postbank verkauft wird. Mit 14,5 Millionen Privatkunden gilt sie als seltene Chance, auf dem deutschen Markt deutlich Anteile zuzukaufen. Im November läuft der Vertrag Zumwinkels aus, was einen Verkauf zeitlich beschleunigen könnte. Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie an der Postbank.

Analysten fordern regelmäßig die Fokussierung der Post auf das Kerngeschäft Logistik und Brief. Anders als beim verlustbringenden US-Geschäft drängt bei der profitablen Postbank die Zeit aber nicht. Insider gehen deshalb davon aus, dass Post-Chef Klaus Zumwinkel zunächst die Probleme in den USA lösen will. Bereits zur Bilanzpressekonferenz am 6. März wird mit einer Entscheidung gerechnet. Im Gespräch ist ein teilweiser Rückzug und eine Kooperation mit einem Logistik-Partner wie etwa der US-Post, meinen die Analysten von Sal. Oppenheim. Gespräche mit Frederick Smith, dem Chef des US-Konkurrenten Fedex, habe es darüber nicht gegeben, sagte ein Post-Sprecher dem Handelsblatt. Fedex kooperiert mit der niederländischen TNT in den USA. Nach Ansicht von Logistik-Experte Horst Manner-Romberg, Chef der Hamburger Unternehmensberatung MRU, ist die Post im Fall der Postbank noch in der Entscheidungsphase, wie sie weiter verfahren wolle. Bei den Gedankenspielen im Konzern gilt ein Verkauf derzeit als wahrscheinlicher als ein Modell, bei dem die Post weiter einen Anteil an einem mit einer anderen Bank fusionierten Finanzkonzern hält. Denn nur ein solcher Schritt brächte die Konzentration auf das Kerngeschäft. Andererseits fehlt es der Post derzeit an Investitionsobjekten, in die sie den Erlös eines Verkaufs investieren könnte. An der Börse wäre der Anteil mehr als 4,5 Mrd. Euro wert.

Als treibende Kraft der Restrukturierung gilt der seit Herbst amtierende neue Finanzvorstand John Allan. Er hatte damals Analysten ein neues Kapitalmarktprogramm vorgestellt. Seitdem gilt der Verkauf der Postbank nicht mehr als Tabu. Doch auch wenn der Markt einen Verkauf schon fast erwartet, sehen Banker den Prozess noch nicht weit gereift. „Ich glaube nicht, dass wirklich ernsthafte Gespräche laufen“, sagte einer. „Vielleicht wollte jemand öffentlich Druck aufbauen, um die Sache voranzutreiben.“ Den Kurs der Postbank-Aktie trieben die Spekulationen gestern zwischenzeitlich um knapp zehn Prozent in die Höhe.

Expertenmeinungen zu einem Verkauf

Interessanter Kauf Nach Ansicht vieler Analysten wäre die Postbank wegen ihrer 14,5 Millionen Privatkunden kein uninteressantes Kaufobjekt. Das gilt für inländische wie für ausländische Banken. Dabei können sich die Analysten aber eher vorstellen, dass eine Bank die Mehrheit an der nach Kundenzahl größten Privatkundenbank erwirbt.

Nur Juniorpartner Als wenig realistisch bezeichnen die Analysten von Merck Finck jedoch eine Fusion auf Augenhöhe – sei es mit der Deutschen Bank oder der Allianz oder mit Teilen der Konzerne. So passe die Postbank nicht in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank, wie es sich derzeit darstelle. Die Landesbank Baden-Württemberg weist zudem auf mögliche Konflikte bei der Umsetzung einer solchen Lösung hin. Sie reichten vom Namen des Instituts bis zur Frage, wer die Führung eines solchen Bankengebildes übernehmen darf.

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