Nach Monaten des Sondierens steht der offizielle Beginn des Postbankverkaufs unmittelbar bevor, wie im Umfeld der Deutschen Post verlautete. Allerdings gibt die Postbank
potenziellen Käufern keine volle Einsicht in ihre Bücher. Sensible Details sollen auf persönlichem Wege kommuniziert werden.
FRANKFURT. Anders als bei vielen anderen Verkaufsprozessen sei die Einrichtung eines sogenannten Datenraums mit sensiblen Zahlen nicht vorgesehen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Stattdessen solle ein Teil dieser Details Interessenten in "vertieften Gesprächen" mitgeteilt werden. Damit wollen Post
und Postbank
der Gefahr entgehen, den Konkurrenten bei einem Scheitern des Verkaufs zu viel preisgegeben zu haben.
Nach Monaten des Sondierens steht der offizielle Beginn des Postbankverkaufs unmittelbar bevor, wie im Umfeld der Deutschen Post verlautete. Noch in dieser Woche solle der Startschuss fallen. Die Gespräche mit Interessenten könnten nun intensiviert werden. Post
-Chef Frank Appel und Finanzchef John Allan hatten bereits erste Vorgespräche mit Interessenten aus dem In- und Ausland geführt. Post
und Postbank
wollten nicht Stellung nehmen. Nach wie vor seien alle Möglichkeiten offen, sagte ein Post
-Sprecher.
Wegen der Komplexität der Transaktion und der Vorsicht der Post
zieht sich der Verkaufsprozess anders als etwa bei der Citibank hin. Der offizielle Startschuss ist für die Post
deshalb ein wichtiger Schritt: Der Logistikkonzern macht damit Ernst mit der Konzentration auf sein Kerngeschäft. Die Postbank
galt als Fremdkörper im Konzern, brachte aber stabile hohe Erträge, die den Aufbau des Logistik-Riesen finanzieren halfen. In kleineren Schritten hatte eine erste Entflechtung stattgefunden. So hat die Post
ihre umsatzstärksten 850 Filialen an die Postbank
verkauft. 2004 hatte sie Teile der Postbank
an die Börse gebracht.
Die Deutsche Post ist noch mit 50 Prozent plus einer Aktie an der Postbank
beteiligt. Der Börsenwert der Postbank
ist im Juni jedoch stark gefallen. Mittlerweile ist das Institut mit gut 53 Euro pro Aktie an der Börse nur noch weniger als neun Mrd. Euro wert. Die Investmentbank Merrill Lynch
warnte, dass der gleichzeitige Verkauf von Dresdner Bank und Citibank die Übernahmeprämie drücken könnten. Dagegen rechnen die Analysten von Sal. Oppenheim damit, dass ein hoher Preis für die Citibank und eine eher hohe Zahl von Postbank
-Interessenten die Aktie in den kommenden Wochen wieder in die Höhe treiben dürften.

