Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann rechnet mit anhaltendem Margendruck im Kreditgeschäft. Dennoch bekräftigte die Tochter des Logistikkonzerns Deutsche Post ihre Geschäftsziele für das Jahr 2008. Deutschlands größte Filialbank steht unmittelbar vor einem Wechsel an der Spitze.
Post-Chef Klaus Zumwinkel (M) im Gespräch mit den Postbank-Vorstandsmitgliedern Wolfgang Klein (l.) und Jürgen Gerdes. Foto: dpa
HB DÜSSELDORF. Die Postbank rechnet im laufenden Jahr mit anhaltend starker Konkurrenz. „Auch im Privatkundengeschäft dürfte sich der Wettbewerb unter den Kreditinstituten 2007 ungemindert fortsetzen“, sagte der scheidende Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Köln. „Die von uns erwartete moderate Belebung des Kreditgeschäfts in Deutschland sollte die Ertragsentwicklung der Banken aber stützen.“ Angesichts der flachen Zinskurve rechnet von Schimmelmann 2007 mit anhaltendem Margendruck im Kreditgeschäft. Sollte dieses Szenario anhalten, werde gerade eine einlagenstarke Bank wie die Postbank vor Herausforderungen gestellt, sagte er.
Die Geschäftsziele für das Jahr 2008 bekräftigte die Tochter des Logistikkonzerns Deutsche Post. So soll die Eigenkapitalrendite vor Steuern auf mehr als 20 Prozent steigen, eine Marke, die im vergangenen Jahr mit 18,9 Prozent in Reichweite war. Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen (Cost-Income-Ratio) soll sich auf unter 63 (2006: 66,7 Prozent) verbessern. Auch an der Kapitalausstattung wollen die Bonner arbeiten: Unter anderem durch den Kauf der Bausparkasse BHW ist die Kernkapitalquote nämlich auf magere 5,5 Prozent abgesunken. Hier strebt die Postbank bis 2009 einen Wert von 7,5 Prozent an.
Deutschlands größte Filialbank steht unmittelbar vor einem Wechsel an der Spitze. Wulf von Schimmelmann räumt sein Amt zur Jahresmitte auf eigenen Wunsch und macht damit Platz für den bisherigen Marketing-Vorstand Wolfgang Klein. Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel danke dem 60-Jährigen. „Er hat aus einer Behörde ein Unternehmen gemacht, das hervorragend dasteht.“ Die Aktionäre könnten sich über den Aktienkurs freuen, der sich seit dem Börsengang im Sommer 2004 mehr als verdoppelt habe.
Auch nach dem Wechsel an der Spitze sieht sich die Bonner Postbank weiter als Tochter im Konzern der Deutschen Post. Mit der Wahl von Klein zum neuen Vorstandschef setze die Postbank auf Kontinuität, sagte Schimmelmann. Dies zeige, „dass es in der Eigentümerfrage keinen Raum für Spekulationen“ gebe. „Alles bleibt so, wie es ist“, resümierte von Schimmelmann. Die Post hält gut die Hälfte an der Postbank. Deutschlands größtes Filialinstitut mit 14,6 Millionen Kunden gerät regelmäßig ins Zentrum von Übernahmespekulationen. Post und Postbank bekräftigen aber regelmäßig, dass der Bonner Logistikkonzern seine Mehrheit an dem Institut behalten will.

