Die Postbank ist bei Deutschlands zweitgrößter Bausparkasse BHW eingestiegen. Der knapp zehnprozentige Anteil wurde von der Ergo Versicherungsgruppe erworben. Auch eine komplette Übernahme kann sich Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann vorstellen: „Ich will nicht verhehlen, dass das BHW möglicherweise eine interessante Ergänzung für uns sein könnte.“ Die Zeit für ein Kaufangebot sieht er aber noch nicht gekommen.
HB FRANKFURT. Schimmelmann kündigte am Montag in Frankfurt zudem eine Steigerung der Profitabilität seiner Bank an. 2006 wolle Deutschlands größte Filialbank mit gut zwölf Mill. Kunden eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 % erreichen und im klassischen Bankgeschäft das Verhältnis der Kosten zum Ertrag auf unter 65 % senken.
Die Postbank erwirbt von der Ergo Versicherungsgruppe, einer Tochter der Münchener Rück, 9,2 % an der BHW. Zum Preis wollte sich die Banktochter der Deutschen Post nicht äußern. Sie habe für die 16,6 Mill. BHW-Aktien aber einen „mehr als symbolischen Abschlag“ zum aktuellen Kurs gezahlt, ergänzte Schimmelmann. Ergo hat eigenen Angaben zufolge bei dem Verkauf einen zweistelligen Millionen-Gewinn eingefahren. An der Börse ist die BHW derzeit gut 2,5 Mrd. € wert.
Bei der BHW stehen noch weitere 75 % der Anteile zum Verkauf, weil die Großaktionäre - die Gewerkschaftsholding BGAG und der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund - ihren Ausstiegswunsch bereits signalisiert haben. Für ein Kaufangebot der Postbank sei es aber noch zu früh, weil die Bank noch keinen Einblick in die Bücher erhalten habe, erläuterte Schimmelmann. Fest stehe, dass die Postbank kein Interesse an der krisengeschüttelten BHW-Hypothekenbanktochter AHBR habe. Die AHBR-Eigentümer BHW und BGAG kündigten allerdings am Montag an, ein separater Verkauf der AHBR sei weiterhin eine Option.
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