Beim Verkauf der Banken-Tochter der Deutschen Post gibt es einen entscheidenen Streitpunkt: Das Geld. Laut Medienberichten fordert der Logistik-Riese deutlich mehr, als die potenziellen Käufer bisher bereit sind zu zahlen. Gänzlich aus dem Rennen ausgeschieden ist demnach bereits ein großer deutscher Bieter.
HB HAMBURG. Der Verkauf der Postbank könnte laut einem Medienbericht an unterschiedlichen Preisvorstellungen scheitern. Die Deutsche Post sehe den Wert ihrer Banktochter bei mehr als zehn Milliarden Euro, berichtet die „WirtschaftsWoche“ in ihrer neuen Ausgabe unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Bundesfinanzministeriums. Die bisherigen unverbindlichen Gebote der Interessenten lägen aber zwischen acht und neun Mrd. „Das ist der Post zu wenig“, sagte ein Insider dem Magazin. Der Aufsichtsrat soll demnach auf einem zweistelligen Milliardenangebot bestehen. Zudem soll es bei der Post zunehmend Bedenken geben, die stabile Finanztochter abzugeben, weil das Kerngeschäft Logistik wegen des hohen Ölpreises unter Druck gerät, schreibt die „WirtschaftsWoche“ weiter.
Die Commerzbank, lange Favorit für den Kauf, sei nach Informationen aus Finanzkreisen aus dem Rennen, heißt es weiter. Sie konzentriere sich nun auf eine mögliche Fusion mit der Dresdner Bank. Weiterhin im Rennen sind den Informationen zufolge die spanische Santander und die britische Lloyds TSB. Auch die Deutsche Bank sei grundsätzlich noch an einem Kauf der Postbank interessiert, soll aber keinesfalls einen Preis von mehr als zehn Mrd. Euro zahlen wollen. Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf wolle die Post internen Informationen zufolge im Herbst treffen.
Die Deutsche Post hatte Ende Juni intensive Verkaufsgespräche über die Postbank eingeleitet. Dabei waren offiziell weder der Kreis der Interessenten noch die Preisvorstellungen mitgeteilt worden. Die Postbank ist mit 14,4 Mill. Kunden die größte deutsche Privatkundenbank.

