Die Gespräche über den Verkauf der Postbank liegen auf Eis. Die Tatsache, das mit einer schnellen Einigung kaum zu rechnen ist, erweist sich offenbar als „kleiner Schocker“ für viele Anleger. Die Aktie zieht das mächtig runter.
HB FRANKFURT. Wie von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen verlautete, gibt es derzeit keine ernsthaften Verhandlungen mehr mit potenziellen Käufern. Auch die Deutsche Bank, habe sich zurückgezogen. „Da passiert im Moment gar nichts“, sagte einer der Insider am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Nachdem sich ausländische Interessenten wie die britische Lloyds TSB bereits aus dem Rennen verabschiedet hätten, trete nun auch die Deutsche Bank den Rückzug an. „Es gibt keine Verhandlungen mit der Deutschen Bank mehr. Vor allem die Vorstellungen über den Preis klafften zu weit auseinander“, sagte ein anderer Eingeweihter. Ein Grund hierfür sei auch die Finanzkrise.
Das größte deutsche Geldhaus war zuletzt Kreisen zufolge das einzige Institut, das mit der Post intensive Gespräche über einen Kauf von deren Banktochter geführt hatte. Das Interesse der Deutschen Bank hatte aber in den vergangenen Wochen bereits stark nachgelassen. An den Finanzmärkten gilt ein Verkauf mittlerweile als unwahrscheinlich.
Die bis vor einigen Wochen von Übernahme-Spekulationen getriebene Postbank-Aktie rutschte um mehr als sechs Prozent ab auf ein Drei-Jahres-Tief unter 40 Euro. Die Papiere der Post verloren mehr als drei Prozent, die Titel der Deutschen Bank lagen in einem schwächeren Marktumfeld 3,4 Prozent im Minus.
„Wie sich aus der Kursentwicklung der vergangenen Wochen ablesen lässt, hatten viele bereits damit gerechnet, dass es zumindest kurzfristig zu keiner Entscheidung kommen wird“, sagte ein Händler. „Für einige spekulativ orientierte Anleger scheint dies dennoch ein kleiner Schocker zu sein.“

