Den Preiskampf in der Autoversicherung hatte einst die Allianz losgetreten, mit dem Scoring-Tarif, bei dem sich der Preis aus der Kombination aller Kundenmerkmale ergibt. Sie hoffte, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Inzwischen hat sich der Kampf um Marktanteile durch neue Vermarktungsformen und Vertriebswege sowie differenziertere Produkte verschärft. So setzen die Autoversicherer verstärkt auf den Verkauf über das Internet – allen voran die Zurich-Gruppe mit ihrer bislang einmaligen europaweiten Plattform.
Die Hannoversche Leben brachte die „Hannoversche Direkt“ an den Markt. Und die zur Münchener Rück gehörende britische Admiral verstärkt den Kreis der Direktversicherer. Laut einer Studie der Cosmos, die mehr für ihr Kfz-Geschäft werben will, verkaufen die Direktversicherer inzwischen vier Prozent des gesamten Schaden- und Unfallneugeschäftes. 70 Prozent dieses Neugeschäftes sind Autoversicherungen.
Nach Anlaufproblemen wird im Verkauf über Fax, Telefon, Internet und Post nun vor allem durch die Internetnutzung Potenzial gesehen. Die Allianz führte wegen der harten Konkurrenz über das Netz im Herbst den Internettarif Allianz 24 ein. Den sollen ihre Vermittler nun besonders preissensiblen Kunden anbieten – „weil jeder Kunde zählt und die Kfz-Versicherung ein Schlüsselprodukt ist“. Zudem vermarkten immer mehr Gesellschaften ihre Policen über den regulären Einzelhandel (z.B. Direct Line über Karstadt, Zurich über C&A) bzw. im Rahmen von Kooperationen über die Autohersteller (z.B. Victoria mit BMW, Allianz mit VW). Der VW-Konzern verkaufte 2006 jeden dritten Neuwagen in Deutschland bereits mit Versicherung.

