Privatbank Reithinger: Gläubiger kämpfen um ihr Geld

Privatbank Reithinger
Gläubiger kämpfen um ihr Geld

Die Gläubiger der insolventen Singener Privatbank Reithinger müssen um ihr Geld bangen. Laut Insolvenzverwalter Heinrich Müller-Feyen verfügt das Institut nur über 21 Mill. Euro liquide Mittel plus 98 Mill. Euro offener Forderungen für Kredite.

sos FRANKFURT. Doch davon werden die Gläubiger, allen voran die Entschädigungseinrichtung Deutscher Banken (EdB), wohl kaum etwas sehen. Rund 82,5 Mill. Euro hat der EdB bereits an 8 000 der rund 65 000 Reithinger-Kunden bezahlt. Doch wie viel von dem Geld über die Insolvenzmasse an ihn zurückfließen wird, ist ungewiss.

Denn ein Großteil jener Kunden, die per Reithinger-Kredit Fondsanteile finanzierten, wollen ihre Darlehen nicht zurückzahlen. Sie wollen die bereits eingezahlten Beträge für Zinsen und Tilgung zurückhaben – etwa 100 Mill. Euro. „Da werden aus Schuldnern Gläubiger“, sagt Rechtsanwalt Alexander Heinrich von der Anlegerschutzvereinigung ARGE-DBVI, die etwa 400 Reithinger-Geschädigte vertritt.

Der Grund: Die meisten Kreditverträge mit einem Volumen von rund 70 Mill. Euro wurden über einen Treuhänder geschlossen. Das aber verstößt nach Meinung der Anwälte gegen das Rechtsberatungsgesetz, die Verträge wären nichtig. Bislang haben laut Insolvenzverwalter mehr als 1 000 Reithinger-Kreditkunden ihre Verträge angefochten. Er rechnet damit, dass sich das Verfahren bis zu zehn Jahren hinziehen kann.

Das Bankhaus am Bodensee war Anfang August von der Bankenaufsicht geschlossen worden, weil sie die Gefahr sah, dass Reithinger Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht erfüllen könnte und ein Mangel an wirtschaftlicher Transparenz herrsche. Reithinger sei Teil eines unübersichtlichen Unternehmensgeflechtes des Eigners Klaus Thannhuber gewesen.

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