Private Banken: Volle Einlagensicherung nur noch für Privatkunden

Private Banken
Volle Einlagensicherung nur noch für Privatkunden

Ist mein Geld im Falle einer Bankpleite sicher? Für viele Kunden ist das eine existenzielle Frage. Deutschlands Privatbanken ändern nun ihre Bedingungen für Notfälle. Betroffen sind vor allem Finanzprofis.
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FrankfurtDie deutschen Privatbanken bauen ihre Einlagensicherung um fahren den Schutz für Profi-Investoren und die öffentliche Hand zurück. Anlagen von Privatkunden und vielen Stiftungen bleiben bei Bank-Pleiten dagegen mindestens bis zu einer Million Euro je Kunde und Geldhaus abgesichert.

„Wir wollen die Kräfte bündeln und die Finanzkraft des Einlagensicherungsfonds für jene Kunden stärken, die tatsächlich Schutz bedürfen“, erklärte der Präsident des Privatbanken-Verbandes BdB, Hans-Walter Peters, am Freitag. Bund, Länder und Kommunen brauchten diesen Schutz aus seiner Sicht ebenso wenig wie Vermögensverwalter und Leasing-Gesellschaften. Langfristige Einlagen von Unternehmen sind von 2020 an ebenfalls nicht mehr abgesichert.

Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gilt die gesetzliche Einlagensicherung. Bisher sichern die Privatbanken – abhängig von ihrer Bilanzsumme – darüber hinaus deutlich höhere Beträge ab. In den vergangenen Jahren kam das die Verbandsmitglieder teuer zu stehen, allen voran die Deutsche Bank und die Commerzbank. Bei der Pleite der kanadischen Maple Bank vor einem Jahr zahlte die Einlagensicherung des BdB 2,7 Milliarden Euro, bei der deutschen Tochter von Lehman Brothers gut sechs Milliarden Euro.

Dies sei der Auslöser für die Reform gewesen, die ab Oktober schrittweise eingeführt wird, sagt BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer. Zudem hätten viele Profi-Anleger bei Instituten, die als weniger sicher gelten und deshalb mehr Zinsen zahlen, ganz bewusst Geld „bis zur maximalen Höhe der Einlagensicherung“ angelegt. „Diese Form des 'moral hazard' (Fehlanreize) wollen wir nicht weiter unterstützen.“

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