Lediglich dramatische Zinssprünge könnten die Beteiligungsbranche in die Bredouille bringen. „Ein solches Szenario ist jedoch sehr unwahrscheinlich, und dazu geben auch die konjunkturellen Rahmendaten keinen Anlass“, erklärt Jochen König von der Royal Bank of Scotland.
Allerdings werden die steigenden Zinsen die Dynamik des Private-Equity-Booms nach Ansicht von Peter Schwanitz, Manager beim Dachfondsanbieter VCM Capital Management, zumindest etwas bremsen. Wegen der höheren Zinsen würden die Private-Equity-Firmen bei künftigen Zukäufen wohl mehr Preisdisziplin üben. Schwanitz: „Das täte dem teilweise überhitzten Markt auch durchaus gut.“
Eine skeptische Minderheit der Branchenexperten rät hingegen, sich häufende Warnsignale nicht zu unterschätzen. „Steigende Zinsen sind wie ein fernes Donnergrollen für die Private-Equity-Branche“, warnt Roman Zeller, Geschäftsführer des Sanierungsexperten Alix Partners. Schnell könnten sich Gewitter über eine Reihe von Zukäufen bilden, die aggressiv, mit viel Fremdkapital, finanziert worden seien. Darauf seien längst nicht alle Private-Equity-Firmen vorbereitet. Hinzu kommt die steigende Nervosität an den Kreditmärkten. Erst vor wenigen Tagen warnte der Chef des Internationalen Währungsfonds, Rodrigo de Rato, der Übernahmeboom könne angesichts der steigenden Zinsen weltweit die Finanzstabilität gefährden.
Die Geldquellen der Finanzinvestoren
Eigene Mittel: Die Fonds sammeln ihr Geld bei Stiftungen, Pensionsgesellschaften, Versicherungen und Privatleuten ein. Diesen werden zweistellige Renditen versprochen. Bislang kommen die Geldgeber allerdings vor allem aus dem angelsächsischen Raum.
Fremdkapital: Angesichts hoher Renditen und Liquidität stellen die Banken den Private-Equity-Firmen umfassende Kredite zur Verfügung. Der übliche Risikoaufschlag ist zuletzt massiv gesunken, die Vergabe wurde immer laxer.

