Private-Equity-Investoren haben in den zurückliegenden Jahren mit ihren Beteiligungen eine höhere Wertsteigerung erreicht als Börsenunternehmen. Das ist das Ergebnis einer in den USA und Westeuropa durchgeführten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die heute offiziell vorgestellt wird.
FRANKFURT. „Im Schnitt erreichten die Finanzinvestoren während ihres gesamten Investitionszeitraums eine Wertsteigerung von 81 Prozent“, sagt Joachim Spill, Partner und Leiter der Private-Equity-Abteilung von Ernst & Young.
Dabei schneiden US-Firmen mit Finanzinvestoren im Hintergrund besser ab als ihre europäischen Pendants. In den USA konnten Private-Equity-Beteiligungen ihren Wert um jährlich 33 Prozent steigern. Börsennotierte Unternehmen schafften dort ein Plus von elf Prozent. In Europa dagegen haben die Experten von Ernst & Young auf Private-Equity-Seite einen Wertzuwachs von 23 Prozent errechnet. Für die börsennotierten Unternehmen nennen sie einen Wertzuwachs von 15 Prozent. Das Jahr 2006 sei für Private Equity ein äußerst lukratives Jahr gewesen, vor allem bei der Realisierung von Investments, sogenannten „Exits“, meint Spill.
Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die guten Werte wohl vorerst nicht wieder erreicht werden. „Der aktuelle Jahrgang wird sicherlich nicht so gut ausfallen. Wegen der Finanzkrise herrscht insbesondere bei großen Transaktionen derzeit Stillstand. Das hat natürlich auch Folgen für die Exit-Seite“, sagt Spill.
In dieser Woche hatten der US-Investor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) und Goldman Sachs die Übernahme des HiFi-Spezialisten Harman abgeblasen. Nach offizieller Lesart steht die Absage nicht in Zusammenhang mit der Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Doch wird in Finanzkreisen auf die aktuellen Finanzierungsprobleme als ein Grund dafür verwiesen. Nach Berechnungen von Marktforschern haben Finanzinvestoren derzeit Übernahmen im Wert von 350 Mrd. Dollar angekündigt, deren Finanzierung unsicher ist.
Entgegen der landläufigen Meinung haben die für Finanzinvestoren bis vor kurzem so üppig fließenden Gelder laut Ernst & Young nur einen geringen Anteil am Wertzuwachs der Fonds-Beteiligungen. „Natürlich war die reichlich vorhandene Liquidität von Vorteil, wenn man eine Beteiligung verkaufen wollte. Schließlich waren die Exits im vergangenen Jahr von Secondaries geprägt, also dem Weiterverkauf an andere Finanzinvestoren“, sagte Stefan Ostheim, Partner von Ernst & Young. „Doch den größten Anteil am Wertzuwachs hatte das organische Wachstum“, sagt Ostheim.
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