Einig ist sich die Branche, dass sich die Zeit riskanter Fremdfinanzierungen mit geringen Sicherheiten dem Ende zuneigt und dass die steigenden Zinsen das Geschäft erschweren werden. Anziehende Zinssätze engten den Handlungsspielraum zwar grundsätzlich ein, gibt Dewner zu. Doch sei immer die Frage im Einzelfall zu klären, mit welchen Zinssätzen beim Kauf kalkuliert wurde und welche Sicherungsgeschäfte über welchen Zeitraum eingegangen wurden. „Der Erfolg zeigt sich letztlich dann, wenn die Firmen wieder verkauft werden sollen.“ Angesichts der Entwicklungen an den Kapitalmärkten weltweit seien alle hochsensibel geworden, auch die Eigenkapitalgeber, ergänzt Hammermann.
Ernst & Young-Berater Spill rechnet damit, dass es sicherlich Unternehmen geben wird, die unter einer hohen Schuldenlast in die Krise geraten werden. „Dass es aber einen Dominoeffekt geben wird, dass also in der Breite Kredite gekündigt werden, das erwarte ich nicht“, sagt Spill.
Beim „Frankfurter Gespräch“ wurde zudem klar, dass Private-Equity-Häuser zukünftig echten Mehrwert in den gekauften Firmen schaffen müssen, reine Finanzakrobatik reicht nicht mehr aus. „Wir erleben derzeit eine neue Phase, in der das reine Deleveragen, also das Erzielen der Erträge vor allem durch finanzielle Hebel, vorbei ist. Jetzt geht es darum, durch operative Verbesserungen Wert zu erzielen“, sagt Beteiligungsexperte Spill.
Um die bisher erreichten Renditen einzustreichen, trennen sich die Finanzinvestoren derzeit in großem Stil von ihren Investments. So wurde im ersten Halbjahr 2007 mit 16,9 Mrd. Euro ein Rekorderlös erzielt nach schon beachtlichen 16,1 Mrd. im zweiten Halbjahr 2006.
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