Kommt die Kapitalerhöhung der Commerzbank
nun in den nächsten Tagen oder nicht? Fondsmanager bezeichnen es als Fehler, dass die Commerzbank
ihre Kapitalerhöhung nicht zusammen mit der Ankündigung der Übernahme der Dresdner Bank über die Bühne gebracht hat. Indes dürfte eine Kapitalerhöhung den Kurs der Aktie zusätzlich belasten.
Die Informationen über den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung der Commerzbank bewegen den Markt. Foto: ap
FRANKFURT. Die Vorbereitungen liefen bereits, berichten mehrere Fondsmanager. Commerzbanker machten schon Werbung für die neuen Aktien, sagt ein Fondsmanager. Er erwartet daher, dass die Kapitalerhöhung noch in dieser Woche, spätestens aber in der nächsten Woche stattfindet.
Die Kapitalerhöhung dient der Finanzierung der Dresdner-Bank-Übernahme durch die Commerzbank
. Die Commerzbank
übernimmt die Dresdner in zwei Schritten. Als Teil des ersten Schrittes zahlt sie für einen Anteil von 60,2 Prozent an der Dresdner Bank neben ihrer Fondstochter Cominvest und Sacheinlagen knapp 1,6 Mrd. Euro in bar an die Allianz. Dieses Geld will sie über eine Kapitalerhöhung um 65,4 Mill. Aktien ohne Bezugsrechte für die Altaktionäre sowie über Anleiheemissionen aufbringen.
Die Informationen über den Zeitpunkt der Kapitalerhöhung bewegen den Markt, denn längst haben sich Hedge-Fonds mit Wetten gegen die Commerzbank
-Aktie gestellt, weil sie durch die Kapitalerhöhung mit einer weiteren Belastung für den Kurs rechnen. Die Kapitalerhöhung der Commerzbank
dürfte den Aktienkurs zumindest kurzfristig zusätzlich belasten, meint in der Tat auch Juan Manuel Mendoza, Fondsmanager bei der Schweizer Bank Clariden Leu.
Fondsmanager bezeichnen es unter anderem wegen der Hedge-Fonds, die sich eindecken konnten, als Fehler, dass die Commerzbank
ihre Kapitalerhöhung nicht zusammen mit der Ankündigung über die Bühne gebracht hat, die Dresdner Bank zu übernehmen. Die Wetten der Hedge-Fonds seien ein Grund dafür gewesen, dass der Aktienkurs so gesunken sei. Dass die Commerzbank
nun aber schon einmal mit der Kapitalerhöhung gewartet habe, könnte auch dafür sprechen, dass sie sich nun erst recht Zeit lasse mit der Platzierung, argumentieren Analysten. Da das beschleunigte Platzierungsverfahren nicht schon am Montag begonnen habe, hätten Leerverkäufer die Möglichkeit gehabt, Positionen aufzubauen, sagt Bankenexperte Johannes Thormann von HSBC
Trinkaus
. "Insofern könnte es auch sein, dass die Kapitalerhöhung erst in einigen Wochen kommt."
Die Commerzbank
hat betont, der Zeitpunkt des Schritts hänge von der Marktlage ab. Im Februar kommenden Jahres ist die Hauptversammlung vorgesehen, auf der sie die Zustimmung der Aktionäre für den zweiten Schritt, die Komplettübernahme der Dresdner bekommen will. Für die Kapitalerhöhung gebe es keine Befristung, sagte ein Commerzbank
-Sprecher.
Für eine baldige Kapitalerhöhung spricht nach Ansicht von Fondsmanagern, dass Analysten und Investoren dann besser kalkulieren können, wie der Deal im Detail finanziert werden kann. Dringend nötig hingegen hat die Commerzbank
das Geld nicht. "Die Kapitalerhöhung wäre für die Eigenkapitalquote nicht unbedingt notwendig gewesen", sagt Analyst Thormann. "Sie dient eigentlich mehr der Beruhigung der Ratingagenturen. Lieber hätte die Commerzbank
einen Teil ihrer Industriebeteiligungen verkaufen sollen. "

