Raiffeisen Bank International: Osteuropabank warnt vor möglichem Verlust

Raiffeisen Bank International
Osteuropabank warnt vor möglichem Verlust

Der polnische Tochterkonzern wird verkauft, vom Sloweniengeschäft will die RBI sich trennen, das Geschäft in Russland und der Ukraine wird verkleinert. Der Schrumpfkurs in Osteuropa hinterlässt auch 2015 Spuren.
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WienDie Raiffeisen Bank International erwartet wegen hoher Kosten für ihren Schrumpfkurs in Osteuropa möglicherweise auch im laufenden Jahr Verluste. „Das Konzernergebnis für 2015 kann noch negativ ausfallen“, teilte das Institut am Mittwoch mit.

Zuvor hatte die RBI für 2015 einen Konzerngewinn in dreistelliger Millionen-Höhe in Aussicht gestellt – das war jedoch vor dem zu Jahresbeginn angekündigten Teilrückzug aus dem Ausland. Der Großteil der dadurch anfallenden Sanierungskosten von 550 Millionen Euro würde voraussichtlich noch im laufenden Jahr verbucht.

Im Zuge ihres Schrumpfkurses habe die RBI bereits einen Verkaufsprozess für die polnische Tochter auf den Weg gebracht. Eine Entscheidung über die Zukunft des Sloweniengeschäfts, von dem sich die Bank ebenfalls trennen will, werde in den kommenden Wochen erwartet. Zudem wolle Raiffeisen ihr Geschäftsmodell in Ungarn anpassen und noch im Frühjahr entsprechende Pläne vorstellen.

Die angekündigte Verkleinerung in Russland und der Ukraine sei darüber hinaus auf einem guten Weg, erklärte die Bank. Mit Hilfe all dieser Maßnahmen will das Institut seine ausgedünnte Kapitaldecke stärken und strebt bis Ende 2017 eine harte Kernkapitalquote von zwölf Prozent an.

Für die Bank ist der Teilrückzug aus dem Ausland eine Zäsur: Sie war in den vergangenen Jahrzehnten durch einen steten Wachstumskurs in Osteuropa zum zweitgrößten Kreditgeber der Region nach der Unicredit-Tochter Bank Austria aufgestiegen. Doch im vergangenen Jahr führten Abschreibungen und Sonderkosten in der Ukraine und Ungarn zu einem Verlust von 493 Millionen Euro.

Auch im laufenden Jahr erwartet die Bank in Teilen Osteuropas Gegenwind: In Russland werde die Abwertung des Rubel negative Auswirkungen haben. Um das Geschäftsvolumen wie angekündigt um ein Fünftel zu reduzieren, will Raiffeisen dort bis zum Jahresende 34 Geschäftsstellen schließen und nur an ausgewählte Kunden Kredite vergeben.

Konzernweit erwartet die Bank im laufenden Jahr weiter hohe Vorsorgen für faule Kredite. Diese würden jedoch unter dem Vorjahresniveau von 1,72 Milliarden Euro liegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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