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14.07.2008 
Auktion

RBS kommen Bieter für Versicherer abhanden

Der Kreis der Bieter für die zum Verkauf stehende Versicherungssparte der Royal Bank of Scotland lichtet sich immer weiter. Nachdem der bisherige Favorit, die Schweizer Zurich Financial offiziell aus der Auktion ausgestiegen ist, scheint sich auch das Interesse der Münchner Allianz in engen Grenzen zu halten.

LONDON. Nach Einschätzung von Londoner Finanzkreisen nehmen die Münchner zwar noch an der Versteigerung teil, spielen aber eine weitgehend passive Rolle.

Vor Zurich waren bereits die italienische Generali und die chinesische Ping An Insurance aus der Auktion ausgestiegen. Auch der Konzern Berkshire Hathaway von US-Investmentlegende Warren Buffett signalisierte frühzeitig, dass er kein Interesse an der RBS-Sparte hat. In Finanzkriesen hieß es, dass der hoch angesetzte Kaufpreis viele Bieter abschrecke.

Mit dem Verkauf der Sparte, zu der die Direktversicherer Direct Line und Churchill gehören, will RBS rund sieben Mrd. Pfund einnehmen. Das Geld soll helfen, Löcher in der Bilanz zu stopfen, die die Kreditkrise und die Übernahme von Teilen der niederländischen Großbank ABN Amro gerissen haben. Die Auktion ist Teil einer größeren Geldbeschaffungsmaßnahme der zweitgrößten britischen Bank. Erst vor wenigen Wochen hatte die RBS eine Kapitalerhöhung über zwölf Mrd. Pfund abgeschlossen; das war die größte Bezugsrechtsemission in der europäischen Finanzgeschichte.

In Londoner Finanzkreisen hieß es, dass die RBS, sollten ihr weitere Bieter abhanden kommen, die Auktion möglicherweise neu strukturieren und Churchill und Directline getrennt anbieten müsse. Noch gebe es aber ernsthafte Interessenten an dem bislang geplanten Paketverkauf. Als Kandidat für eine Übernahme wird unter anderem der US-Versicherer Allstate gehandelt. Allerdings weisen Analysten darauf hin, dass der schwache Dollarkurs amerikanische Bieter zur Vorsicht veranlassen könnte.

In Australien scheint die RBS dagegen mit ihren Verkaufsplänen voranzukommen. Dort verhandeln die Schotten derzeit mit der National Australia Bank über einen Verkauf der australischen und neuseeländischen Aktivitäten von ABN Amro. Die Experten des Wertpapierhauses Daiwa Securities schätzen den Wert der zum Verkauf stehenden Aktiva auf rund 490 Mill. Euro.

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