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28.08.2008 
Nach höchstem Verlust der Unternehmensgeschichte

RBS setzt neue Aufseher ein

von Michael Maisch

Die Royal Bank of Scotland reagiert auf die Krise: Drei Kontrolleure sollen die britische Großbank auf den rechten Weg bringen. Im ersten Halbjahr hatte das Institut mit einem Minus von 700 Millionen Pfund den höchsten Verlust seiner Geschichte ausweisen müssen.

Die Kritik der Investoren bei der RBS wächst. Foto: dpaLupe

Die Kritik der Investoren bei der RBS wächst. Foto: dpa

LONDON. Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat dem Druck der Aktionäre nachgegeben und drei erfahrene Finanzmanager in ihr Board geholt. Damit reagieren Vorstandschef Fred Goodwin und Chairman Tom McKillop auf die wachsende Kritik der Investoren, nachdem die RBS im ersten Halbjahr mit einem Minus von knapp 700 Mill. Pfund den höchsten Verlust der Unternehmensgeschichte ausweisen musste.

Bei den drei neuen Direktoren, die das RBS-Management kontrollieren sollen, handelt es sich um krisenerfahrene Banker. Stephen Hester ist nicht nur Vorstandschef der Immobiliengruppe British Land, er hat auch den Posten des stellvertretenden Chairmans von Northern Rock übernommen, dem inzwischen verstaatlichten Baufinanzierer. Hester wird seine Aufgabe bei Northern Rock aufgeben, sobald er gemeinsam mit John McFarlane und Arthur Ryan Anfang Oktober ins Board der RBS einzieht. McFarlane ist der ehemalige Chef der Australia and New Zealand Banking Group. Ryan war zuletzt Chairman der US-Gruppe Prudential Financial.

Die Ernennung der neuen Board-Mitglieder könnte die Diskussion um die Zukunft von Chairman McKillop und Vorstandschef Goodwin zumindest vorübergehend beenden. "Wir wollten vor allem wirklich unabhängige Board-Mitglieder mit mehr Erfahrung im Finanzbereich sehen", betonte ein Londoner Fondsmanager, der an der RBS beteiligt ist. Daneben hatten eine Reihe von Großinvestoren eine klare Nachfolgeregelung für Goodwin gefordert. "Goodwin und McKillop haben eine Menge Fragen zu beantworten", ließ der Versicherer und Vermögensverwalter Legal & General wissen.

Im vergangenen Herbst sicherte sich Goodwin als Anführer eines Dreier-Konsortiums den Zuschlag für große Teile des niederländischen Konkurrenten ABN Amro.

Doch der Zukauf kam zum falschen Zeitpunkt. Als die Schotten die teuerste Bankenübernahme aller Zeiten perfekt machten, schickte die Kreditkrise bereits erste Schockwellen durch die Finanzwelt. Im April musste die RBS ihre Aktionäre schließlich um zwölf Mrd. Pfund frisches Geld bitten - die größte Kapitalerhöhung der europäischen Finanzgeschichte. Für den gelernten Controller Goodwin ein peinliches Eingeständnis.

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