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16.07.2007 
Übernahme von ABN Amro

RBS verzichtet auf La Salle

Das Finanzkonsortium um die Royal Bank of Scotland hat ihr offizielles Übernahmeangebot für ABN Amro vorgelegt. Nicht nur, dass das Trio den Aktionäre mehr Bargeld spendiert. Um die niederländische Großbank sich einverleiben zu können, sind RBS und Partner sogar bereit, auf deren US-Tochter La Salle zu verzichten.

Der Kampf um ABN Amro geht in die nächste Runde. Foto: dpaLupe

Der Kampf um ABN Amro geht in die nächste Runde. Foto: dpa

HB LONDON. Die RBS, die niederländisch-belgische Finanzgruppe Fortis und die spanische Bank Santander erhöhten den Baranteil ihrer Offerte von etwa 70 auf 93 Prozent; der Rest soll in eigenen Aktien beglichen werden. Wie das Konsortium am Montagmorgen mitteilte, bleibt die Angebotshöhe unverändert bei 71,1 Mrd. Euro. Die ABN-Aktie werde mit 38,40 bewertet; am Freitag war sie mit 36,49 Euro aus dem Handel gegangen.

Anders als beim bisherigen inoffiziellen Angebot ist die Übernahme aber nicht mehr an den gleichzeitigen Kauf der US-amerikanischen ABN-Tochter La Salle geknüpft. Am Freitag hatte das oberste niederländische Gericht entschieden, dass ABN seinen amerikanischen Ableger auch ohne Zustimmung der Aktionäre für 15 Mrd. Euro an die Bank of America verkaufen darf. Die Richter hoben damit das Urteil einer niedrigeren Instanz auf und gaben den Plänen der britischen Bank Barclays Rückendeckung, die ABN ebenfalls kaufen will.

Barclays und ABN hatten sich bereits im Frühjahr auf eine Übernahme geeinigt. Der Verkauf von La Salle ist dafür eine wichtige Vorbedingung. Anteilseigner von ABN Amro hatten jedoch gegen die Abspaltung des US-Geschäfts geklagt, weil sie lieber das Angebot des Konsortiums um die RBS annehmen wollten, dass damals noch an das Verbleiben von La Salle bei ABN geknüpft war. Mit 63 Mrd. Euro ausschließlich in Aktien war für sie das Barclays-Angebot weniger attraktiv als die 71-Mrd.-Euro-Offerte von RBS.

Sowohl Barclays als auch RBS müssen ihre endgültigen Offerten bis zum 23. Juli auf den Tisch legen. Für Barclays dürfte es nach Einschätzung vieler Analysten schwierig werden, die eigene Offerte noch einmal aufzustocken. Die Bank hat ihren finanziellen Spielraum ziemlich ausgereizt und sich bereits Ärger mit einem Hedge-Fonds eingefangen, der die Barclays zwingen will, die Übernahme ganz aufzugeben, weil sie Wert vernichte. Vorstandschef John Varley gibt sich dennoch kämpferisch. Aus Kreisen der Bank hieß es, dass es RBS schwer fallen dürfte, die eigenen Aktionäre vom Sinn der Übernahme zu überzeugen, jetzt da La Salle aus dem Spiel sei. Tatsächlich haben bereits eine Reihe von Investmentfonds Bedenken gegenüber den Übernahmeplänen von RBS-Chef Fred Goodwin angemeldet. Einige wichtige Anteilseigner haben Goodwin eine Reihe teurer Übernahmen der Vergangenheit noch immer nicht verziehen.

Am Wochenende kamen Gerüchte auf, nach denen der Übernahmekampf noch verworrener werden könnte, als er es ohnehin schon ist. Laut „Platow Brief” soll sich ein neues Bieterkonsortium formieren, das ebenfalls ABN übernehmen will. Diesem Bündnis soll angeblich die niederländische ING, die spanische BBVA sowie möglicherweise die Citigroup angehören.

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