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18.02.2008 

Die Postbank gilt seit ihrem Börsengang im Sommer 2004 als begehrtes Übernahmeziel. Damals hatte bereits die Deutsche Bank ein Auge auf das Bonner Institut geworfen. Die Frankfurter winkten jedoch ab. Bis heute ist unklar, ob Deutsche-Bank-Chef Ackermann vor dem Risiko eines Kaufs zurückschreckte oder ob das Institut wegen der gleichzeitigen Beratungsfunktion beim Börsengang einen offensichtlichen Interessenkonflikt vermeiden wollte. Seither hat sich der Kurs der Postbank -Aktie mit aktuell knapp 60 Euro mehr als verdoppelt. Auch die Finanzkrise hat das Papier im Vergleich zu allen anderen deutschen Häusern relativ glimpflich überstanden. Grund ist die anhaltende Übernahmefantasie der Investoren.

Ackermann, der ebenfalls von den Plänen der Regierung informiert sein soll, hatte vor wenigen Tagen deutlich gemacht, dass er heute anders als 2004 entscheiden würde und im Falle eines Verkaufs für die Bank bieten will. Aber auch Commerzbank -Chef Müller ließ noch letzte Woche keinen Zweifel, dass er die Postbank als idealen Partner für sein Haus sieht. "Die Commerzbank ist an der Postbank nachhaltig interessiert." Beide Häuser könnten sich fast auf Augenhöhe begegnen. So kommt die Commerzbank auf eine Marktkapitalisierung von 12,8 Mrd. Euro, die Postbank auf 9,8 Mrd. Euro. Angesichts dieser Größenverhältnisse sei eine Fusion unter Gleichen die wahrscheinlichste Verkaufsform, hieß es in den Kreisen.

Die Präferenz der Bundesregierung hat weitreichende Folgen für einen Verkauf der Postbank. Bis Anfang kommenden Jahres hat Berlin ein vertraglich verankertes Veto-Recht. Im Verkaufsprospekt zum damaligen Börsengang der Postbank heißt es: "Die Deutsche Post AG hat sich gegenüber der Bundesrepublik Deutschland vertraglich verpflichtet, bis zum 5. Januar 2009 einen Kapitalanteil von 50 Prozent plus einer Aktie an der Gesellschaft im Ganzen oder teilweise nur nach Einwilligung der Bundesrepublik Deutschland zu veräußern."

Damit kann Steinbrück die industriepolitischen Vorstellungen der Regierung nur noch bei einem Verkauf im Laufe dieses Jahres voll durchsetzen. Über die staatliche Förderbank KfW hält der Bund zurzeit noch gut 31 Prozent der Post-Aktien, so dass auch danach zumindest ein Mitspracherecht bestehen würde.

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