Die US-Regierung erwägt einem Bericht zufolge eine Übernahme der Hypothekenfinanzierer Freddie Mac
und Fannie Mae
, sollte sich die Lage der zwei angeschlagenen Institute verschlechtern. Jegliche Verluste bei den von den Firmen garantierten Hypotheken würden dann von den Steuerzahlern beglichen.
Hauptverwaltung des zweitgrößten US-Immobilienfinanzierers von Freddie Mac in McLean, Virginia Foto: dpa
HB NEW YORK/WASHINGTON. Die Aktien von Fannie Mae
und Freddie Mac
wären in diesem Fall wenig oder gar nichts mehr wert, berichtete die "New York Times" am Freitag unter Berufung auf Kreise. Ein derartiger Eingriff der Regierung steht der Zeitung zufolge jedoch nicht unmittelbar bevor.
Das Blatt berichtete weiter, hochrangige Mitarbeiter der US-Regierung hätten auch ein Gesetz erwogen, das eine ausdrückliche Garantie der Regierung für die fünf Billionen Dollar Schulden vorsähe, für die die Institute geradestünden. Dies sei jedoch verworfen worden, da sich die Staatsschulden dadurch verdoppelt hätten.
Eine Sprecherin des US-Präsidialamtes hatte am Donnerstag erklärt, die Regierung bereite ein Gesetz für die beiden Immobilienfinanzierer vor, das den Märkten Vertrauen einflößen werde. Freddie Mac
sah sich am Donnerstag genötigt, Gerüchte über eine drohende Zahlungsunfähigkeit zurückzuweisen. Der Konzern versicherte, über ausreichend Kapital zu verfügen und will an seinen Plänen festhalten, dieses zu gegebener Zeit aufzustocken. Auch Fannie Mae
teilte mit, genügend Kapital zu haben.
Investoren gehen seit langem davon aus, dass die US-Regierung einen Zusammenbruch der beiden Institute nicht zulassen wird. In diesem Fall würde ein echter Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil sie den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken fast allein am Laufen halten.

