Regierung will niedrigere Gebühren: Italiens Banken drohen Einbußen

Regierung will niedrigere Gebühren
Italiens Banken drohen Einbußen

Italiens Banken stehen unter Druck. Der verbraucherfreundliche Kurs der Regierung in Rom könnte die Gewinne der Kreditinstitute nach Analystenschätzungen um bis zu zehn Prozent schmälern. Zwar müssen die neuen Vorschläge noch vom Parlament gebilligt werden. Doch die Richtung ist bereits klar: Die Kunden sollen weniger zahlen.

MAILAND. Noch müssen die neuen Vorschläge des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung, Pierluigi Bersani, vom Parlament gebilligt werden, und im endgültigen Gesetzestext wird sicher auch noch die eine oder andere Änderung stehen. Doch die Richtung ist bereits klar: Die Kunden sollen weniger zahlen.

Für Italiens Banken ist es bereits das zweite Mal, dass die Regierung für die Verbraucher Partei ergreift. Im Juli hatte sie verfügt, dass die Banken die Vorteile bei Zinserhöhungen oder -senkungen in gleichem Maße an ihre Kunden weitergeben müssen. Jetzt bessert Minister Bersani innerhalb eines Gesetzespakets zur Liberalisierung und zum Verbraucherschutz nach.

Vor allem zwei Punkte im Gesetzespaket dürften die Banken derzeit beunruhigen: Die Senkung der Zinsen für Dispokredite und kurzfristige Kreditlinien sowie die Abschaffung der Vorfälligkeitsentschädigung bei der vorzeitigen Tilgung von Immobilienkrediten. Allein der Wegfall der Vorfälligkeitsentschädigung könnte die Banken einigen Schätzungen zufolge insgesamt 1,5 Mrd. Euro kosten.

Noch stärker dürfte die Banken die neue Regelung bei den Zinsen für den Höchst-Sollsaldo treffen. Bisher stellen die Banken alle drei Monate den Tag und den Wert fest, an dem ein Dispokredit oder eine kurzfristige Kreditlinie am meisten in Anspruch genommen wurde und berechnen auf dieser Grundlage für die gesamten drei Monate Zinsen, die im Durchschnitt bei 0,75 Prozent liegen. Diese Gebühr, die zu den normalen Zinsen noch hinzukommt, will Bersani nun grundsätzlich abschaffen. Analysten schätzen, dass diese Extra-Zinsen bisher insgesamt 2,6 Mrd. bis drei Mrd. Euro ausmachen.

„Wir gehen davon aus, dass diese Gebühren bis zu zehn Prozent der Gewinne ausmachen“, schreibt Guglielmo Zadra, Analyst der Investmentbank Morgan Stanley in einer Studie. Auch eine Studie von Keefe, Bruyette & Woods kommt zu dem Ergebnis, dass die Banken nach den neuen Regeln mit Einbußen von neun bis zehn Prozent rechnen müssen, inklusive der Ausfälle bei der Vorfälligkeitsentschädigung. Die Analysten der Monte-dei-Paschi-di-Siena-Tochter Intermonte sind etwas optimistischer und rechnen nur mit Einbußen von bis zu acht Prozent.

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