Unterdessen hat die Finanzaufsicht BaFin Anhaltspunkte für Insiderhandel mit Aktien der IKB
gefunden. Der Fall, bei dem es um eine einzelne Person gehe, sei an die Staatsanwaltschaft Frankfurt übergeben worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Mittwoch. Sie bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal". Bei der Staatsanwaltschaft war zunächst niemand erreichbar.
Die BaFin hatte untersucht, ob es vor der Ad-hoc-Mitteilung der IKB
am 30. Juli zu Auffälligkeiten im Handel gekommen war. Die Düsseldorfer Bank hatte an dem Tag bekanntgegeben, dass sie wegen ihres Engagements am US-Hypothekenmarkt in Bonitätsnöte geraten war und von ihrer Hauptaktionärin KfW gestützt werden musste. Zehn Tage zuvor hatte die IKB
noch mitgeteilt, das US-Engagement habe "praktisch keine Auswirkungen" auf sie.
Die IKB
musste nach Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt mit Milliardenhilfen des Staates und der Kreditwirtschaft vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Insgesamt gab es drei Rettungsaktionen im Gesamtumfang von rund 8,5 Mrd. Euro.
Kurz vor Abschluss der Gebotsfrist für den Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB
hat Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) Zurückhaltung signalisiert. Der Bund habe kein Recht dazu, die IKB
zu jedem Preis zu verkaufen, sagte Koch dem Handelsblatt. "Wenn die Gebote am Ende zeigen, das ist ein gutes Geschäft für alle, nur nicht für uns, dann müssen wir neu überlegen", sagte er. Koch ist Mitglied des KfW-Verwaltungsrats. Die staatseigene Förderbank sucht einen Käufer für ihren IKB
-Anteil.

