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03.01.2008 
Anlagebranche

Rekorde bei Aufkäufen

von Ingo Narat

Das abgelaufene Jahr geht als Rekordjahr für Aufkäufe und Fusionen in der Anlagebranche in die Geschichte ein. Allein bis Mitte November gaben die Käufer von Asset-Management-Firmen weltweit 46,7 Mrd. Dollar für 208 Transaktionen aus und erwarben dabei 1,8 Bill. Dollar an verwaltetem Vermögen - ein Ende ist nicht abzusehen.

FRANKFURT. Das zeigen die Daten der US-Analysefirma Jefferies Putnam Lovell. Damit lagen die vorläufigen Zahlen bereits sechs Wochen vor Jahresende über den Topständen für das Gesamtjahr 2006. Lediglich bei der Betrachtung des erworbenen Vermögens in Höhe von 1,8 Bill. Dollar fällt 2007 hinter dem Vorjahr zurück. 2006 war von zwei Megatransaktionen geprägt: die Fusion von Bank of New York und Mellon sowie den Kauf der Investmentsparte von Merrill Lynch durch Blackrock.

"Langfristige strategische Interessen der Anbieter, verstärkt durch die Folgen der Kreditkrise, werden auch 2008 für rege Aktivitäten sorgen", sagt Ben Phillips, Leiter Analyse bei Putnam Lovell. Er denkt dabei in zwei Richtungen: "Anbieter ohne Krisenschäden könnten ihren Vorteil durch eine Expansion suchen, geschädigte Finanzkonzerne dagegen durch den Verkauf ihrer Familienjuwelen, die Asset-Management-Sparten, versuchen, die Folgen ihrer Kreditexzesse einzudämmen."


Tabelle  Infografik: Die größten Deals 2007.


Fachleute aus der Branche skizzieren sehr ähnliche Szenarien. Die Subprime-Folgen beschäftigen beispielsweise Christian Edelmann, Asset-Management-Experte bei der Beratungsfirma Oliver Wyman. "Erzwungene Verkäufe von Anlagesparten sind durchaus denkbar; zumindest ist Asset-Management noch ein Wachstumsmarkt und wird daher hoch bewertet", sagt der Schweizer. Martin Schliemann, Leiter Asset-Management bei Ernst & Young Deutschland, hält Notverkäufe von Anlagesparten durch ihre Bankenmütter ebenfalls für möglich. "Innerhalb der nächsten zwei Monate werden wir wohl wissen, wer hier noch größere Probleme hat", sagt er.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Institutionelle Anleger suchen nach Mehrrendite".

Ganz unabhängig von den Subprime-Folgen treiben zudem die langfristigen Interessen der Großinvestoren und daher auch der Anbieter Aufkäufe und Fusionen voran. Institutionelle Anleger suchen nach Mehrrendite. "Sie lassen sich auch durch die Subprime-Krise nicht irritieren", sagt Edelmann. Er nennt als Beispiel Pensionskassen wie Calpers, die vor kurzem ihre Quoten an Alternativinvestments erhöht haben. Ganz konkret sagt Phillips: "Rund um die Welt suchen die Fondshäuser weiterhin nach Hedge-Fonds-Expertise."

Die Beteiligungen von Lehman Brothers oder des US-Investmenthauses Legg Mason an Hedge-Fonds-Firmen sind nur zwei Beispiele unter vielen. Im vergangenen Jahr zählte der Börsengang des Hedge-Fonds- und Private-Equity-Hauses Blackstone zu den größten Transaktionen. Auf diesem Feld mischen mittlerweile auch die Staatsfonds mit. "Die Fonds von Abu Dhabi und Dubai beteiligten sich an Och-Ziff und Apollo", sagt Edelmann. Er hat noch eine weitere Alternative im Blick: "Wir könnten auch Abspaltungen aus Investmentbanken sehen, die dann später erworben werden könnten. Auch innerhalb des alternativen Anlagespektrums sind Zusammenschlüsse denkbar". "Private Equity und Hedge-Fonds rücken näher zusammen, allein daraus müssten sich Fusionen ergeben", erwartet Schliemann.

Die Anbieter erweitern nicht nur ihr Spektrum durch den Erwerb alternativer Investmentfirmen. Sie wollen außerdem mit einem Schritt über die Heimatgrenzen expandieren und damit neue Kunden gewinnen. "Viele US-Häuser suchen dringend Fähigkeiten zum Management internationaler Aktienportfolios", sagt Phillips. "Die Wachstumschancen liegen außerhalb der USA, und deshalb werden wir mehr solcher grenzüberschreitender Deals sehen."

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