Riester-Affäre: Ergo drohen strafrechtliche Konsequenzen

Riester-Affäre
Ergo drohen strafrechtliche Konsequenzen

Die Informationspolitik von Ergo schockt die Branche. Seit mehr als fünf Jahren wusste die Versicherung von fehlerhaften Riesterverträgen – und saß das Problem einfach aus. Zusätzlich werden neue Sex-Eskapaden bekannt.

DüsseldorfDie massenhaft zu teuer berechneten Riester-Verträge der Ergo-Versicherung können nach Meinung von Juristen strafrechtliche Konsequenzen haben. Wie Ergo am Freitag bestätigte, weiß der Konzern seit mehr als fünf Jahren, dass Kunden höhere Verwaltungskosten berechnet wurden, als vertraglich vereinbart. Ergo-Sprecher Alexander Becker sagte dem Handelsblatt: „Wir haben ermittelt, dass der Fehler im Oktober 2005 der Antragsabteilung bekannt wurde. Wir untersuchen derzeit, was daraus geworden ist.“

Dies wird nach Meinung von Experten nicht ausreichen. „Damit erhält die Affäre eine ganz andere Dimension“, sagt der ehemalige Staatsanwalt und Strafrechtsexperte Volker Hoffmann aus Mainz. „Es ist eine Sache, einen Rechenfehler zu übersehen. Es ist eine ganz andere Sache, einen Fehler zu bemerken, aber nichts zu tun, um das Problem aufzuklären und damit weiter von dem Fehler zu profitieren. Strafrechtlich betrachtet bewegt sich die Ergo hier im Bereich des vorsätzlichen fortgesetzten Betrugs.“

Die Ergo hat bislang 14.000 solcher Fälle eingeräumt, ehemalige Generalvertreter sprechen aber von bis zu 70.000 falschen Verträgen. Nach Mitteilung der Ergo wurde auf dem Antragsformular irrtümlich ein zu niedriger Kostensatz genannt. Die Kunden würden nun entschädigt.

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