Die Sparkassenverbände sehen Eile geboten, über die Zukunft der WestLB zu entscheiden und haben ein Zusammengehen mit der LBBW mit den Sparkassen in Baden-Württemberg bereits vorsondiert. Für den Vorsitzenden der Verbandsversammlung des RSGV, Günter Rosenke, ist klar: „Ein Standalone-Betrieb der WestLB wird nicht klappen“, wie er Dow Jones Newswires am Donnerstag sagte. Details nannte Rosenke nicht. Nach einem Pressebericht, der sich auf ein vertrauliches Arbeitspapier bezieht, glauben die beiden Sparkassenverbände, WestLB und LBBW hätten „kein Geschäftsmodell, das über Jahre hinaus den eigenständigen Fortbestand der Institute sichert“.
In der Haushaltsdebatte des Landtags am Mittwoch reagierte Ministerpräsident Rüttgers direkt auf dieses Papier und nannte die Positionen von RSGV und WLSGV „für das Land nicht akzeptabel“. Er warnte davor, die Bank schlechtzureden, die WestLB befinde sich nicht in einer Schieflage. Ein Zusammengehen mit der LBBW, wie von den Sparkassen gewollt, koste die Eigentümer viel Geld und gefährde Arbeitsplätze. Auch falle die Düsseldorfer Börse durch den Eigentümerwechsel „massiv in den Einflussbereich der Konkurrenz in Stuttgart“.
Rüttgers kritisierte, dass der Vorschlag der Sparkassen das Grundproblem eines fehlenden funktionierenden Geschäftsmodells bei der WestLB nicht löse. Anders als der LBBW solle der WestLB auch künftig der Einstieg in das Privatkundengeschäft verwehrt bleiben. Direkter äußerte sich nach der Landtagssitzung der Vorsitzende der FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, Gerhard Papke. Er forderte, der WestLB ähnlich der LBBW direkten Zugang zum Retail-Geschäft zu verschaffen, das bisher den Sparkassen vorbehalten ist.
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