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25.07.2008 
Landesbank im Privatkundengeschäft

SaarLB umgarnt betuchte Kunden

von Peter Köhler

Bisher verdient die SaarLB ihr Geld hauptsächlich mit Hypotheken- und Mittelstandsfinanzierung. Doch nun rückt auch das Geschäft mir vermögenden Privatkunden in den Focus des Landesbank-Chefs Christian Buchbinder. Dafür soll in Frankreich eine alte Traditionsmarke wiederbelebt werden.

Die SaarLB sucht in Frankreich nach neuen Wachstumssparten. Foto: PRLupe

Die SaarLB sucht in Frankreich nach neuen Wachstumssparten. Foto: PR

FRANKFURT. Die SaarLB will neben dem Mittelstandsgeschäft wieder eine größere Rolle im „Private Banking“ spielen. Die Bank kehre zu ihren Wurzeln zurück und wolle „Vermögenskunden“ bedienen, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Christian Buchbinder im Gespräch mit dem Handelsblatt.

„Die SaarLB besitzt noch eine alte Marke für das gehobene Privatkundengeschäft. Die ruht derzeit, aber die können wir wiederbeleben“, erläutert der Chef der kleinsten deutschen Landesbank. Mobilisiert werden soll der Traditionsname – den Buchbinder noch nicht verraten will – in erster Linie für das Frankreich-Geschäft, das heute ein wichtiges Standbein ist.

Die 1941 aus der Fusion von fünf Banken entstandene SaarLB war traditionell stark in der Hypothekenfinanzierung, wobei Privatkunden damals ein großes Gewicht zukam. Mit der Restrukturierung im Jahr 2006 rückte zunächst wieder die Mittelstandsfinanzierung in den Fokus, Dienstleistungen für vermögende Kunden sollen jetzt ebenfalls stärker ins Auge gefasst werden.

Die SaarLB verfolgt als Nischenstrategie ein aktives Geschäft im benachbarten Ausland. „In Frankreich erleben wir derzeit bei der Kreditvergabe ein Wachstum von 20 Prozent“, erläutert Buchbinder. Neben Immobilienfinanzierungen und dem Mittelstand erhofft sich die Bank auch wachsende Erträge aus strukturierten Finanzierungen für Windkraftanlagen und Solartechnik.

Die SaarLB, die zu 75 Prozent der Bayerischen Landesbank (BayernLB) gehört, ist von der Finanzkrise bisher relativ verschont geblieben. „Das Anlagevolumen der SaarLB liegt bei noch rund sieben Mrd. Euro, davon sind weniger als fünf Prozent verbriefte Produkte mit US-Hintergrund“, sagt Buchbinder. Die echten Zahlungsausfälle beziffert er auf 3,5 Mill. Euro, zusätzlich habe der Vorstand in der Gewinn- und Verlustrechnung 2007 noch rund 20 Mill. Euro Risikovorsorge vorgenommen, und damit „beinahe alle US-Bestände abgedeckt.“

Im Geschäftsjahr 2007 hatte die SaarLB bei einer Bilanzsumme von gut 20 Mrd. Euro einen Überschuss im Konzern von 4,5 Mill. Euro erwirtschaftet, entsprechend einem Rückgang um 86 Prozent. Eine Ergebnisprognose für das laufende Jahr wollte Buchbinder angesichts der schwierigen Bewertungsfragen bei Wertpapieren nicht abgeben.

Zukünftig will die SaarLB auch mehr Geschäft im benachbarten Rheinland-Pfalz generieren. Buchbinder sieht sein Geschäftsgebiet „rund 90 Autominuten rund um Saarbrücken“. Mit mobilen Kundenbetreuern würden auch Koblenz, Trier und Kaiserslautern verstärkt bearbeitet. Zu den Zielkunden im Mittelstand gehörten rund 380 Adressen, davon fänden sich bis zu 200 in Rheinland-Pfalz.

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