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27.02.2008 
Millionenabschreibung

SachsenLB-Krise trifft Versicherer Talanx

Deutschlands drittgrößter Versicherer Talanx ist von der Krise der SachsenLB betroffen. Talanx-Chef Herbert Haas sagte am Mittwoch am Rande einer Branchenkonferenz in München, der Konzern müsse im Zusammenhang mit den Problemen der Landesbank aus Leipzig Millionen abschreiben.

HB MÜNCHEN. Es gehe um 20 Mill. Euro. Hinzu kämen durch die im Sommer 2007 ausgebrochene Finanzkrise bereits bekannte zehn bis 15 Mill. Euro. Bei Kapitalanlagen von derzeit rund 65 Mrd. Euro sei dies aber zu verschmerzen, so Haas. Die SachsenLB stand wegen hoher Verlusten im Zuge der US-Hypothekenkrise und ihrer Nachwehen an den weltweiten Börsen vor dem Aus und wurde zur Rettung an die größte deutsche Landesbank, die Stuttgarter LBBW, verkauft.

Im derzeit turbulenten Kapitalmarktumfeld will Talanx keinen Börsengang wagen. "Wir haben keinen Zeitdruck", sagte Haas. Kapital habe der Versicherer genügend. "Im Moment hätte ich gar keinen Verwendungszweck für das Geld." Der geplante Verkauf der Bonner Postbank durch die Deutsche Post dürfte Haas zufolge keine Auswirkungen auf Talanx haben. "Unsere Vertriebskooperation mit der Postbank, die gerade im Sommer verlängert wurde, läuft 15 Jahre." Sie erstrecke sich auf den mobilen Vertrieb sowie die Filialen. "Wenn wir nicht wollen, ändert sich an dem Abkommen gar nichts."

Haas rechnet damit, dass die Commerzbank das Rennen um die Post-Tochter macht. Die Politik wolle neben der Deutschen Bank einen zweiten "nationalen Champion". Ohne die im Privatkundengeschäft starke Postbank dürfte die Commerzbank nach Einschätzung von Haas schnell wieder zum heißen Übernahmekandidaten werden. Die Postbank gehört mehrheitlich der Post, an der wiederum der Bund beteiligt ist.

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