Sal. Oppenheim: Der Niedergang einer Traditionsbank

Sal. Oppenheim
Der Niedergang einer Traditionsbank

Stolz, adlig und unabhängig – das Bankhaus Sal. Oppenheim galt einst als Vorzeige-Institut des Landes. Doch die branchenweiten Probleme in der Vermögensverwaltung belasten das Haus. Der neue Eigner greift hart durch.
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Düsseldorf„Das Bankhaus Sal. Oppenheim steht auf einem festen Fundament: der Geschichte, der Familientradition und der Reputation. Dieses feste Fundament (...) ist der Garant, um die Position des Bankhauses erfolgreich auszubauen und seine Unabhängigkeit auch weiterhin zu gewährleisten.“ Mit diesen Sätzen feierte sich die Bank in einer Jubiläumschronik zum 215. Geburtstag selbst. Das ist gerade einmal acht Jahre her.

Vom festen Fundament ist seitdem fast nichts mehr geblieben. Die Privatbank Sal. Oppenheim, die einst mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigte, gehört seit der Beinahe-Pleite im Sommer 2009 zur Deutschen Bank. Nach mehreren Jahren harter Sanierung erreichte die Traditionsbank 2011 zwar wieder die Gewinnschwelle, doch nun räumt die Deutsche Bank weiter auf.

Das Geschäft mit privaten und institutionellen Kunden wurde zur neuen Sparte Asset and Wealth Management (AWM) zusammengelegt. Einzelne Bereiche von Sal. Oppenheim sollen vollständig in die Deutsche Bank integriert werden. Zudem sollen Doppelungen in den Organisationsstrukturen der beiden Institute überprüft und abgebaut werden.

Bei dem Institut, das zuletzt noch rund 930 Mitarbeiter in Deutschland und Luxemburg beschäftigte, steht zudem ein Jobabbau „in signifikantem Umfang“ an, wie Sal. Oppenheim mitteilte. Details wollten die Kölner mit Verweis auf Verhandlungen mit dem Betriebsrat nicht nennen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ sollen rund 500 Jobs wegfallen – mehr als jeder zweite Arbeitsplatz.

Anlass für Umbau und Kürzungen ist der branchenweite Umbruch in der einst lukrativen Sparte des Private Banking. Die Vermögensverwaltung und Beratung für wohlhabende Kunden spielen längst nicht mehr die Traumrenditen der Vergangenheit ein. „Die Erlöse im Private Banking stehen unter Druck. Die Kunden achten stärker auf die Preise und vergleichen häufiger die Leistungen“, sagt Professor Martin Faust von der Frankfurt School of Finance and Management, zu Handelsblatt Online.

„Deutschland zählt beim Private Banking zu den größten Märkten. Dementsprechend drängen viele Anbieter in das Segment“, erläutert der Private-Banking-Experte. Sinkende Einnahmen durch die Gewinnung neuer Kunden auszugleichen, sei daher äußerst schwierig. Zugleich unterliegen die Anbieter einem hohen Kostendruck. „Die Banken geben heutzutage viel Geld für IT-Dienste aus“, sagt Faust. Zugleich seien die Auflagen der Regulatoren umfangreich, der entsprechende bürokratische Aufwand enorm.

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Oppenheim ringt mit dem ruinierten Ruf

Kommentare zu "Der Niedergang einer Traditionsbank"

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  • Da haben Sie hoffentlich Recht, denn diese "Dumpfbacken" scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu sein, jedenfalls kommt das Thema immer wieder an die Oberfläche. Bis übrigens gaz Ihrer Meinung, dass sich Sal. Oppenheim wohl auf vergangenen Lorberen ausgeruht hat und durch Misswirtschaft in den Semi-Ruin getrieben ist, so wie es vielen anderen Banken in Europa auch ergangen ist.

  • Hallo Weiserstein. Gott sei Dank muss ich mich mit Typen wie Ihnen nicht mehr herumschlagen!! Soviel Ignoranz, Dummheit und Neid gibt wie Sie ihn hier ausdrücken gibt es wohl tatsächlich. Wenn Ihr Sozialstaat in Deutschland allmählich der Realität weicht, werden wohl auch Sie arbeiten müssen. Persönlich bin ich sehr froh, dass die Steuerquote für Unternehmer etwa halb so hoch ist wie in Deutschland und unser BIP wächst jährlich um etwa 5-6%. Also so falsch macht Chile seine Hausaufgaben wohl nicht. Ausserdem gebe ich inzwischen 12 Personen Arbeit weit über dem geseyzlich vorgeschriebenen Mindestgehalt. Arbeitslosenquote in Chile z.Zt. bei 7,7%.

  • Jaja , wieder so ein selbstgefälliger Unternehmertyp . Die 50 Milliarden von Bill Gates hat er auch alleine in seiner Garage geschafft . Die 100.000 Angestellten sind nur zur Dekoration da . Die vertikal Unternehmensstruktur ähnlich wie bei den Aldibrüdern schafft erst die dicke Kohle . Unten kommt dann nicht mehr viel an . (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Was ich noch vergessen habe:
    Genau wegen diesem immer noch vorhandenen und so tief in Deutschland verwurzeltem Antisemitismus und einer entsetzlichen Neidgesellschaft bin ich vor 16 Jahren aus Deutschland ausgewandert und inzwischen erfolgreich in Chile tätig und habe wirklich keine Absicht nach Deutschland zurück zu kommen. Bis übrigens mit 2 Koffern in Chile angekommen und habe inzwischen ein Haus auf einem 5000 Quadrtameter grossem Grundstück, eine eigene gut funktionierende Firma, etc. Ist meine jüdische Herkunft daran "Schuld"? Ich würde eher sagen meine Arbeit und verzicht auf Urlaub, etc. und das hat nichts mit Religionszugehörigkeit zu tun.

    Todo lo que una persona recibe sin haber trabajado para obtenerlo, otra persona deberá haber trabajado para ello, pero sin recibirlo. El gobierno no puede entregar nada a alguien, si antes no se lo ha quitado a alguna otra persona. Cuando la mitad de las personas llegan a la conclusión de que ellas no tienen que trabajar porque la otra mitad está obligada a hacerse cargo de ellas, y cuando esta otra mitad se convence de que no vale la pena trabajar porque alguien les quitará lo que han logrado con su esfuerzo, eso... mi querido amigo...
    ...es el fin de cualquier Nación. “No se puede multiplicar la riqueza dividiéndola”. Dr. Adrian Rogers, 1931

  • "...es ist für mich unbegreiflich wie hartnäckig und tief der Antisemitismus in Deutschland noch heute vorhanden ist."

    Sorry, aber so ein Quark, das ist nur das Gebaren von irgendwelchen Dumpfbacken die sich wie Krähen auf solche Themen stürzen. Ich kennen keinen Deutschen dem es nicht völlig egal ist welche Religion jemand hat oder ob er schwarz, weiß oder lila ist...

    Sal. Oppenheim hat sich selbst übernommen und ist dadurch in der Krise zum straucheln gekommen, im Prinzip wie fast jede andere Bank auch. Jetzt muss man mit den Konsequenzen leben.

  • So ein Schwachsinn sich hier immer auf die Religionszugehörigkeit der Besitzer (oder Ex-Besitzer) zu beziehen. Es gab unzählige Pleiten schlecht administrierter Firmen in den letzten Jahren, davon mit Sicherheit mehr als 95% der Firmen in "nicht-jüdischem" Besitz. Der Niedergand einer Firma hat immer etwas mit schlechter Administration zu tun, mit fehlender Innovation, veralteten oder nicht mehr gefragten Produkten oder Dienstleistungen, mit zu hoher Verschuldung und vor allem damit, zu glauben, dass vergangener Erfolg zukünftigen Erfolg garantiert. Ich bin selbst jüdischer Abstammung und es ist für mich unbegreiflich wie hatnäckig und tief der Antisemitismus in Deutschland noch heute vorhanden ist. Jder ist seines eigenen Glückes Schmied und der Erfolg stellt sich durch Fleiss, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Intelligenz und Geschäftstüchtigkeit ein - das gilt für Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, etc.

  • Hacken Sie nicht immer auf der israelischen Religion rum. Genügt es nicht da auf jüdisches Land schon wieder Raketen der hamas parsseln?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Glaskugel

    Nonsense. Was hat das mit jüdisch oder nichtjüdisch zu tun. Im Uebrigen müssten Sie sich über die Karstadtpleite dann genauso freuen. Auch Karstadt war ehemals wie Sal. Oppenheim "jüdisch". Aber wie gesagt Nonsense Ihr Kommentar, denn was hat die Religion mit dem Geschäftsgebaren zu tun? Nothing.

    Mir tut es um die gutbezahlten Arbeitsplätze leid. Viel Glück an die Betroffenen.

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