Der größte US-Studentenkreditgeber Sallie Mae schreibt wieder schwarze Zahlen. In den vergangenen drei Monaten verdiente der Konzern 266 Mill. Dollar - nach 130 Mill. Dollar Verlust zu Beginn des Jahres. Den Weg aus der Krise ebnete dem Konzern die US-Regierung.
HB NEW YORK. Dank der Unterstützung durch die US-Regierung schreibt der größte US-Studentenkreditgeber Sallie Mae wieder schwarze Zahlen. In den vergangenen drei Monaten verdiente der Konzern nach Angaben vom Mittwochabend 266 Mill. Dollar. Die Kreditkrise hatte Sallie Mae Anfang des Jahres einen Verlust von rund 130 Mill. Dollar einbebrockt. Vor einem Jahr - kurz vor Beginn der Krise - stand dagegen noch ein Gewinn von knapp einer Milliarde Dollar in den Büchern.
Wegen der hohen Studiengebühren in den USA sind Kredite für Studenten ein Milliarden-Geschäft. Die Kreditkrise hatte Sallie Mae jedoch in Schwierigkeiten gebracht, da verunsicherte Investoren kaum noch zum Kauf von Studenten-Krediten bereit waren. US-Präsident George W. Bush musste deshalb im Mai ein Gesetz unterzeichnen, das dem Erziehungsministerium den Kauf bestimmter Studentenkredite und andere Schritte zur Förderung der Branche erlaubte.
Sallie Mae war im vergangenen Jahr negativ in die Schlagzeilen geraten, weil der Firma vorgeworfen wurde, Universitäten und deren Mitarbeitern für die Vermittlung von Krediten Schmiergelder zu zahlen. Die Probleme der Firma in der Kreditkrise vereitelten auch einen Besitzerwechsel: Ende vergangenen Jahres platzte in letzter Sekunde die Übernahme von Sallie Mae für 25 Mrd. Dollar durch ein Bieterkonsortium um die Beteiligungsgesellschaft J. C. Flowers. Die Investoren hatten einen Kauf zu 60 Dollar je Aktie vereinbart, am Mittwoch war das Papier in New York für 19 Dollar zu haben.

