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22.07.2008 
Spanische Großbank

Santander trennt sich von Versicherungssparte

Das Verkaufsdossier liegt bereits bei möglichen Interessenten, der Preis wird auf vier Milliarden Euro geschätzt. Zu den Bietern für das spanische Versicherungsgeschäft zählen angeblich die Allianz und der Generali-Konzern. Die Italiener dabei haben besonders gute Verbindungen nach Spanien.

Will die Versicherungssparte verkaufen: Santander-Chef Emilio Botin. Foto: dpaLupe

Will die Versicherungssparte verkaufen: Santander-Chef Emilio Botin. Foto: dpa

MADRID/FRANKFURT. Die spanische Großbank Santander bietet ihr Versicherungsgeschäft zum Verkauf. Finanzkreise bestätigten entsprechende spanische Medienberichte vom Wochenende. Das Dossier zum Verkauf der Sparte sei auf dem Markt. Santander selbst wollte sich nicht dazu äußern. Auch zwei der möglichen Interessenten - der deutsche Allianz-Konzern und der italienische Versicherer Generali - wollten keine Stellungnahme abgeben.

In spanischen Medien hatte es zudem geheißen, Axa aus Frankreich und Aviva aus Großbritannien seien angesprochen worden. Santander hatte erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, die britische Bank Alliance & Leicester für 1,6 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Der Hypothekenfinanzierer soll mit der ebenfalls in Großbritannien ansässigen Santander-Tochter Abbey verschmolzen werden. Auch bei vielen anderen Bankenübernahmen werden die Spanier immer wieder als Interessent gehandelt.

In Finanzkreisen hieß es, Generali gehöre zu denen, die sich das Dossier anschauten. Generali hat einen besonders guten Draht zu Santander, da der Generali-Präsident Antoine Bernheim bei Santander im Aufsichtsrat sitzt, und auch die Vorstandsvorsitzende Ana Botín hat einen Platz im Verwaltungsrat von Generali. Bei der jüngsten Expansionspolitik ist Generali allerdings eher vorsichtig vorgegangenen. Die Italiener haben vor allem in den Wachstumsmärkten im Osten Europas und in Indien expandiert. Auf den reiferen Märkten haben sie sich dagegen wegen der hohen Preise nicht an den jüngsten Übernahmespielen beteiligt.

Die Allianz hingegen kooperiert in Spanien in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Santander-Konkurrenten Banco Popular. Das Joint Venture vertreibt unter anderem über die Bankschalter Lebens- und Rentenversicherungen.

Santander vertreibt in Deutschland wiederum über die Santander Consumer Bank für Privatkunden Policen konzernfremder Kooperationspartner wie etwa der Rheinland Versicherung. In spanischen Medien wird der Preis für das drittgrößte Versicherungsgeschäft in Spanien auf bis zu vier Mrd. Euro geschätzt.

ang/ax/bas/kk

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