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28.12.2007 
Bankenbranche

Schärferer Wind in Spanien

von Anne Grüttner

Die spanischen Banken haben die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten in diesem Jahr zwar fast unbeschadet überstanden. Ab August beschleunigte jedoch das US-Hypothekendesaster die ohnehin schwelende Krise im Sektor der Bauentwickler mehr als erwartet. Die Folgen dürften 2008 verstärkt zu spüren sein.

MADRID. Auch dürfte mit der ABN -Amro Übernahme, an der die spanische Santander beteiligt war, der Konsolidierungsprozess noch längst nicht abgeschlossen sein, glauben Analysten. Insgesamt war 2007 noch einmal ein gutes Jahr für die Banken und Sparkassen. "Einen direkten Effekt der Subprime-Krise gab es nicht", sagt Jesus Martínez, Bankenexperte von Standard & Poor?s (S&P) in Madrid. Indirekte Folgen in Form von Liquiditätsmangel zeigten sich bisher vor allem im Bauentwicklungs- und Immobiliensektor. Juan Pablo Lopez, Bankspezialist bei der Investmentfirma Inverseguros in Madrid sagt, die Banken hätten das Kreditwachstum für Hypothekenkredite gezügelt. Die mittelständischen Unternehmen, vor allem aus dem Bau- und Bauentwicklungsbereich, müssen höhere Zinsen zahlen und bekämen nur kurzfristige Kredite, was den Banken eine flexiblere Anpassung erlaube. Doch die Ausfallraten sind im europäischen Vergleich auf niedrigem Niveau, im Fall der Hypothekenkredite betragen sie nur 0,2 Prozent.

Im kommenden Jahr erwarten die Analysten allerdings einen schärferen Wind für die Banken. Der starke Nachfragerückgang im Immobilienverkauf in Spanien, der durch die internationale Kreditkrise beziehungsweise die stark gestiegenen Kreditkosten verstärkt wurde, setze die Immobilienentwickler unter Druck, "was zunehmend auch die spanischen Finanzhäusern merken dürften, vor allem die Sparkassen", sagt Martinez von S&P. "Die haben teilweise bis zu einem Fünftel ihrer Kredite an Developer vergeben." Wie stark die Banken in den kommenden Quartalen vom Konjunkturumschwung im Immobiliensektor betroffen sind, hänge vor allem von der Entwicklung der restlichen Wirtschaft ab. "Wenn die Wirtschaft mehr als zwei Prozent wächst, werden wir keine gefährlichen Ausfallraten sehen"

Lopez von Inverseguros meint, die Subprime-Krise habe es in Spanien wie anderswo mit sich gebracht, dass "die spanischen Banken statt auf Volumen nunmehr sehr stark auf Effizienz achten." Die Kreditausgabe werde limitiert, die Banken seien rigoroser mit ihren Klienten. Das ist auch nötig, denn das Verhältnis der Kredite zu Einlagen betrug bei den spanischen Banken im zweiten Quartal 173 Prozent, verglichen mit durchschnittlich 123 Prozent europaweit.

Gleichzeitig ist ein starker Wettbewerb um neue Einlagenkunden und Pensionspläne entbrannt, gepaart mit einer straffen Kostenkontrolle. "Die spanischen Banken haben gezeigt dass sie sehr effizient sein können und werden das auch weiterhin tun", sagt Jesus Martinez, Bankenexperte von Standard & Poor?s (S&P) in Madrid.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wer als Übernahmekandidat in Frage kommt.

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