Schlechte Bilanz für AIG: „Das war ein Müllschlucker-Quartal“

Schlechte Bilanz für AIG
„Das war ein Müllschlucker-Quartal“

Der US-Versicherungskonzern AIG hat im vierten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der Nettogewinn brach drastisch ein. AIG kündigte zudem an, die Aktienrückkäufe auszuweiten.
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New YorkDas niedrige Zinsniveau hat dem größten US-Versicherer AIG die Bilanz verhagelt. Zudem drückte ein Schuldenumbau den Gewinn. Der Allianz-Rivale Allianz muss dadurch künftig zwar weniger Zinsen für seine Verbindlichkeiten zahlen, kurzfristig kostete die Ablösung der bisherigen Verträge aber Geld. Auch im Geschäft mit Versicherungen für Unternehmen lief es nicht wie gewünscht. Insgesamt verdiente AIG im vierten Quartal den Angaben vom Donnerstag zufolge mit 655 Millionen Dollar zwei Drittel weniger als vor Jahresfrist. Das war weniger als erwartet. Die AIG-Aktie verlor nachbörslich ein Prozent.

"Das war ein Müllschlucker-Quartal", sagte Branchenexpertin Cathy Seifert von S&P Capital IQ. "AIG hat an vielen Ecken aufgeräumt und das in diese Bilanz gepackt." So führte der Umbau der Schuldenstruktur zu einem Verlust nach Steuern im Quartal von 824 Millionen Dollar. Konzernchef Peter Hancock erklärte dazu aber, die positiven Auswirkungen, die es durch den Umbau in der Zukunft geben werde, seien für die Aktionäre vorteilhafter.

Ebenso wie andere Investoren, die Gelder gewinnbringend, aber sicher anlegen wollen, litt AIG im Quartal auch unter den weltweit niedrigen Zinsniveau. Der Konzern kündigte zudem an, sein Programm zum Rückkauf eigener Aktien um 2,5 Milliarden Dollar auszuweiten. Solche Vorhaben dienen oft dazu, den Aktienkurs zu stützen.

Die US-Regierung hatte den damals weltgrößten Versicherer AIG nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers 2008 mit 182 Milliarden Dollar Steuerngeldern vor dem Aus gerettet. Die Regierung fürchtete, eine Pleite des Konzerns könnte das globale Finanzsystem ins Wanken bringen. Das Geld hat AIG mittlerweile zurückgezahlt. Zudem hat der Konzern viele Geschäftsbereiche verkauft und ist deshalb heute längst nicht mehr so groß wie zu den Zeiten vor der Finanzkrise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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