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04.09.2008 
Schwieriges Marktumfeld

Schneller Postbank-Verkauf immer unwahrscheinlicher

Die Skepsis, dass es in diesem Jahr noch zu einem Verkauf der Postbank kommen wird, wächst. Aus Regierungskreisen heißt es, dass ein schneller Verkauf angesichts des schlechten Marktumfeldes immer unwahrscheinlicher sei. Doch Postchef Appel hat noch eine weitere Baustelle.

Die Zentrale der Postbank in Bonn. Foto: dpa Lupe

Die Zentrale der Postbank in Bonn. Foto: dpa

bas/sva/dri/ HB FRANKFURT. Wenn es nicht gelinge, einen akzeptablen Preis zu erzielen, werde der Verkauf verschoben, bis sich das Marktumfeld wieder verbessert habe. Die Bundesregierung habe kein Interesse daran, die Postbank unter Wert zu verkaufen.

Offiziell wollte sich die Bundesregierung zum Stand der Postbank-Verkaufsverhandlungen nicht äußern. Doch dürfte das Thema auf einer Aufsichtsratsitzung der Deutschen Post in der kommenden Woche am 12. September Thema werden. Der Verkaufsprozess ist noch nicht offiziell abgebrochen worden, ruht aber. Einzig verbliebener Interessent ist nach Informationen aus Finanzkreisen die Deutsche Bank.

Die Bundesregierung als größter Aktionär will die Post auf keinen Fall zu einem Verkauf drängen, falls die Angebote nicht hoch genug seien. Der von ihr gewünschte zweite deutsche Bankenriesen entsteht mit der Dresdner-Bank-Übernahme jetzt auch ohne den Postbank-Verkauf. Bei dem aktuellen Aktienkurs von rund 43,60 Euro ist die nach Kundenzahl größte Privatkundenbank an der Börse noch mit insgesamt knapp 7,2 Mrd. Euro bewertet. Im Sommer, als die Deutsche Post den Verkaufsprozess offiziell einläutete, war die Postbank noch rund zehn Mrd. Euro wert. Die Post hält 50 Prozent plus eine Aktie an dem Institut.

Eine zentrale Frage ist, ob sich die Deutsche Bank angesichts der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank doch wieder ein wenig mehr für die Postbank interessiert. Zudem dürfte ein entscheidender Punkt sein, ob Postchef Frank Appel statt Bargeld auch Aktien der Deutschen Bank als Kaufpreis akzeptieren würde. Angesichts der Kapitalmarktkrise ist eine Barzahlung für Banken schwierig. Die Verkäufe der deutschen Citibank und der Dresdner Bank zeigen nach Ansicht von Marktbeobachtern aber, dass sich auch im schwierigen Marktumfeld gute Preise für Banken erzielen lassen. Appel weiß, dass er sich bald entscheiden muss. „Momentan schaut alles auf die Themen US-Express und Postbank“, sagte er kürzlich in einem Interview.

Die Post schweigt unterdessen weiterhin zum Stand der Verkaufsgespräche der Postbank „Wir prüfen verschiedene Optionen hinsichtlich der Zukunft der Postbank“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Bonn. Die Post tue dies allerdings ergebnisoffen und ohne jeglichen Zeitdruck.

Nach Angaben der „Financial Times Deutschland“ kämpft die Post darüber hinaus weiter mit Problemen in den USA. Das ohnehin verlustreiche Expressgeschäft in Nordamerika entwickele sich noch schlechter als ursprünglich erwartet. Dies verzögere die Kooperationsverhandlungen mit dem Konkurrenten UPS. Dem Bericht zufolge bereitet Appel weitere Sanierungsschritte in den USA vor. Der Sanierungszeitplan für das DHL-Geschäft in den USA dürfte sich um gut acht Wochen verschieben. Ursprünglich habe der Post-Chef spätestens Ende August den Kooperationsvertrag mit UPS unterzeichnen wollen. Der Konkurrent soll ab Januar 2009 in den USA sämtliche Expressgüter und Pakete der Post-Tochter DHL per Flugzeug transportieren. Ein Grund für den Zeitverzug sei, dass Appel sich noch viel stärker als bislang bekannt aus Nordamerika zurückziehen wolle, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise. Ein Post-Sprecher bestätigte lediglich, dass die Post weiter über die Zukunft ihres US-Geschäfts nachdenke.

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