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14.08.2006 
Britischer Geldverwalter

Schroders-Kurs stürzt nach schwachen Zahlen ab

Überraschend hohe Abzüge institutioneller Anlegergelder im ersten Halbjahr haben den Aktienkurs des britischen Vermögensverwalters Schroders am Freitag um rund ein Zehntel auf 872 Pence abstürzen lassen.

ina/HB LONDON/EDINBURGH. In den ersten sechs Monaten zogen Institutionelle 4,6 Mrd. Pfund ab, im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Minus bei zwei Mrd. Pfund gelegen. Schroders verwaltet jetzt 122,3 Mrd. Pfund, umgerechnet rund 180 Mrd. Euro.

Dass Schroders bei Fonds für Privatanleger im ersten Halbjahr Zuflüsse in Höhe von 2,3 Mrd. Pfund verbuchte nach einem Plus von 1,6 Mrd. Pfund im Vorjahreszeitraum konnte an der negativen Börsenreaktion nichts ändern. Auch der dadurch von 89,8 auf 98 Mill. Pfund gesteigerte Nettogewinn (Privatanlegerfonds haben höhere Margen als institutionelle Produkte) verfehlte seine Wirkung als potenzielles Kaufargument für die Aktie.

Analysten sehen vor allem die Zahlen aus dem institutionellen Segment kritisch. „Es gibt hier keine Verbesserung“, sagte Bruce Hamilton von Morgan Stanley. Die Entwicklung ist teilweise von einem Branchentrend getrieben. Britische Pensionsfonds hatten in der Vergangenheit ihre Depots häufig als gemischte Mandate geführt. Seit einiger Zeit ändern sie aber ihre Strategie und verteilen die Gelder für unterschiedliche Vermögensformen auf unterschiedliche Verwalter mit entsprechender Spezialistenexpertise. Darunter leiden Asset-Manager mit hoher Quote an gemischten Mandaten wie Schroders. Das hatte auch die Deutsche Asset Management im Vorjahr zum Verkauf ihrer britischen Anlagesparte an Aberdeen Asset Management veranlasst.

Aber auch unterdurchschnittliche Anlageleistungen spielen eine Rolle für die hohen Abflüsse. So räumte Schroders-Vorstand Michael Dobson in einer Telekonferenz mit Analysten ein, die Unzufriedenheit einiger Kunden mit der Performance bei japanischen Aktien habe zum Geldabzug beigetragen. Er ergänzte, die Abzüge könnten auch in Zukunft noch anhalten.

Dobsons Strategie ist auf die Stärkung des Privatkundengeschäftes ausgerichtet. Regional will er das Geschäft mit einer Expansion in die Vereinigten Staaten, nach Mexiko und nach China stärken.

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