0 Bewertungen
25.06.2008 
Verwaltungsrat beriet über IKB-Krise

Schröder tritt Posten als KfW-Chef später an

Der Verwaltungsrat der KfW Bankengruppe hat Ulrich Schröder am Mittwoch erwartungsgemäß zum neuen Chef des Instituts berufen. Schröder soll ab dem 1. September den Chefposten bei der Staatsbank bekleiden. Ursprünglich war von einem Dienstantritt Schröders zum 1. August die Rede gewesen. Auch die IKB-Krise war Thema im Aufsichtsrat.

HB BERLIN. Der aktuelle Chef der NRW-Bank werde sein neues Amt am 1. September antreten, teilten Wirtschaftsminister Michael Glos als Verwaltungsratschef und Finanzminister Peer Steinbrück als dessen Stellvertreter mit. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es in Verwaltungsratskreisen. Zudem habe sich das Gremium mit dem Verkauf der Mittelstandsbank IKB befasst, an der die KfW mit 45 Prozent beteiligt ist. Dieser Prozess gehe mit den drei verbliebenen Bietern in die entscheidende Phase.

Ursprünglich war davon die Rede gewesen, dass Schröder schon zum 1. August sein neues Amt antreten sollte. Dies hatte sich aber nicht umsetzen lassen. Der Manager soll sich nun jedoch schon vor seinem offiziellen Dienstbeginn zu zentralen Fragen der Geschäftsführung sowie zum laufenden Verkaufsprozess für die IKB einbringen. Die Bestellung Schröders war zuvor vom Bundeskabinett abgesegnet worden. Glos und Steinbrück äußerten sich zufrieden, dass mit Schröder ein Mann für die KfW-Spitze gefunden wurde, der sowohl im Fördergeschäft als auch im klassischen Bankgeschäft Erfahrungen gesammelt hat.

Die KfW wird damit künftig von einem Vorstandsvorsitzenden geführt und nicht mehr von einem Vorstandssprecher, wie noch mit Schröders Vorgängerin Ingrid Matthäus-Maier. Der neue Chef soll nach Angaben aus Koalitionskreisen ein Gehalt von 815 000 Euro im Jahr beziehen. Matthäus-Maier, die im Zuge der Turbulenzen um den Beinahe-Zusammenbruch der IKB aus der Chefposition geschieden war, hatte rund 466 000 Euro verdient. Schröder ist derzeit Chef des Förderinstituts NRW-Bank. Für seine Bestellung hatte sich bereits Ende Mai der Präsidialausschuss der KfW ausgesprochen. Dieses Gremium hatte seinerzeit der KfW auch empfohlen, vertiefte Gespräche mit drei Interessenten für einen Kauf der IKB zu führen. Namen waren keine genannt worden. Die staatliche Förderbank musste die Mittelstandsbank mit mehreren Mrd. Euro stützen, um deren Zusammenbruch zu verhindern. Die IKB hatte sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert.

Der Verwaltungsrat ließ sich nach Angaben seiner Spitze zudem über das neue Sparprogramm bei der KfW informieren. Es geht, wie bereits bekanntgeworden war, um Einsparungen bei den Verwaltungskosten von 75 Mill. Euro im Jahr - wobei Entlassungen nicht ausgeschlossen werden.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Vorhersage Deutschland

weiterImmobilien + Vorsorge

Bank-Tochter BNP Paribas RE nutzt Mutter als Türöffner  Artikel in Merkliste

03.07.2009

Die beiden internationalen Immobilienberatungsunternehmen BNP Paribas Real Estate und DTZ reformieren ihre Geschäftsmodelle. BNP Paribas, die frühere Atisreal, will künftig mehr als zuvor ihre Muttergesellschaft, die französische Großbank BNP Paribas, als Türöffner für das eigene Geschäft nutzen. Dazu soll der gemeinsame Auftritt unter einer Marke dienen. Artikel


Handelsblatt Marktplatz

Die Suchmaschine mit über 200.000 Angeboten der besten Jobbörsen und Zeitungen. Weiter