Schwächelnde Institute: Wirtschaftslage setzt Nord-Sparkassen zu

Schwächelnde Institute
Wirtschaftslage setzt Nord-Sparkassen zu

Noch gibt es keine akute Notlage, doch die Situation für die Nord-Sparkassen spitzt sich zu. Insider gehen davon aus, dass den Instituten früher oder später unter die Arme gegriffen werden muss.
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Frankfurt/HamburgDie Sparkassen-Finanzgruppe stellt sich auf Hilfszahlungen für schwächelnde Institute in Schleswig-Holstein ein. Es sei wahrscheinlich, dass die Sparkassen im hohen Norden irgendwann Unterstützung benötigten, um die strengeren Kapitalanforderungen der Aufseher (Basel III) zu erfüllen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Belastbare Zahlen zum Kapitalbedarf und konkrete Gespräche über Hilfen gebe es allerdings noch nicht. „Die Sparkassen-Finanzgruppe wird zu jederzeit dafür sorgen, dass keinerlei Zweifel an der Leistungsfähigkeit ihrer Institute aufkommen“, betonte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein leiden unter der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Norddeutschland und Abschreibungen auf ihren Anteil an der kriselnden HSH Nordbank . Zwei Sparkassen mussten bereits gestützt werden. „Dass die Lage derzeit nicht besonders rosig ist, bestreitet niemand“, sagte ein Sprecher des Sparkassenverbands Schleswig-Holstein. „Aber wir sind in keiner akuten Notlage.“


Die Sparkassen im Rest des Landes hoffen, dass die Institute im Norden die meisten Probleme in Eigenregie lösen können. „Es ist allerdings zu befürchten, dass die Sparkassen das in den nächsten Jahren nicht ganz alleine schaffen werden“, sagte ein Sparkassen-Vertreter. „Es ist wahrscheinlich, dass sie irgendwann externe Hilfe benötigen.“ Im Vergleich zu den Belastungen und Abschreibungen, die viele Sparkassen wegen ihrer Beteiligung an Landesbanken erlitten haben, seien die Hilfen für die Nord-Sparkassen aber wohl einfach zu stemmen.

„Der Regionalverband Schleswig-Holstein muss bis Ende März eine Lösung für die nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung der Problem-Sparkassen vorlegen“, sagte ein hochrangiger Sparkassen-Vertreter. Der bundesweite Haftungsverbund werde nur dann eintreten, wenn der regionale Verband überlastet sei.

Die Sparkassen-Gremien hätten sich noch nicht konkret mit Hilfen für die Nord-Sparkassen befasst, sagte eine andere mit den Diskussionen vertraute Person. „Bisher handelt es sich um Überlegungen in einem sehr frühen Stadium.“

Das Magazin „Capital“ berichtete, die Sparkassen-Gruppe habe im Gegenzug für Hilfen von den Nord-Sparkassen gefordert, ihren Anteil von 5,3 Prozent an der HSH Nordbank an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein abzugeben. Zudem sollten die Institute ihren Anteil an der Landesbank Berlin (LBB) an die Sparkassen-Familie übergeben. Die Sparkassen wiesen diesen Bericht als falsch zurück.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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