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12.03.2007 
Rezepte gegen Pleiten gesucht

Schwarze Löcher im Portfolio

von Michael Maisch

In Hedge-Fonds stecken teilweise Milliardenbeträge, dennoch wissen die Investoren nicht, was genau mit ihrem Geld dort passiert. Der Kollaps von Amaranth demonstrierte, dass so auch smarte Anleger vor Schaden nicht geschützt sind. Ein Rezept gegen plötzliche Pleiten wird dringend gesucht.

LONDON. Es muss Spaß gemacht haben, für den Hedge-Fonds Amaranth zu arbeiten. Vom firmeneigenen Fitnessraum über die Computerspiele bis hin zum Musikstudio im Keller bot Amaranth-Gründer Nicholas Maounis seinen Händlern alles, was das Herz eines Arbeitnehmers begehrt. Die dankten ihm die Fürsorge mit hervorragenden Ergebnissen. Noch im August 2006 war Maounis’ Fonds neun Milliarden Dollar schwer. Banker schwärmten von 25 Prozent Rendite. Doch dann kam der Zusammenbruch, scheinbar über Nacht. Ausgerechnet Amaranth-Starhändler Brian Hunter hatte sich mit Erdgasoptionen verspekuliert und innerhalb weniger Tage den sagenhaften Betrag von sechs Milliarden Dollar verloren.

Der Kollaps von Amaranth schickte Schockwellen rund um die Welt. Denn hinter Hunter und Maounis standen nicht irgendwelche dubiosen Investoren, sondern das Who’s who der Finanzwelt. Auch die Deutsche Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley hatten Geld in den Hedge-Fonds gesteckt. Wie konnten solch smarte Anleger so falsch liegen?

„Das Problem war, dass Amaranth eigentlich viele verschiedene Strategien verfolgen sollte, um das Risiko zu streuen; stattdessen haben sie alles auf eine Karte gesetzt und ihr Engagement in hochriskanten Wetten auf dem Gasmarkt konzentriert“, klagt einer der ehemaligen Investoren. „Style Drift“ heißt dieses Risiko in der Fachsprache. Plötzlich beginnen Hedge-Fonds-Manager aus dem Ruder zu laufen. Sie tun Dinge, die sie eigentlich nicht tun sollten. Die Fonds beginnen Risiken anzuhäufen oder sich auf Märkten auszutoben, die sie nicht verstehen – und es gibt nur wenig, was die Investoren dagegen tun können.

Denn wie genau die Spekulanten ihr Geld verdienen, bleibt deren Berufsgeheimnis. Selbst Großinvestoren, die Millionen in einen Hedge-Fonds stecken, bleibt das Innerste der Geldmaschinen verschlossen. „Die Investoren müssen sich auf das verlassen, was die Fonds ihnen mitteilen wollen“, sagt Mehraj Mattoo, Chef des Bereichs Alternative Investments bei der Commerzbank.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Sicherheiten im Handel mit Hedge-Fonds sind Erfahrung und Intuition

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