In der Regel melden die Fonds ihre Ergebnisse einmal wöchentlich an ihre großen Investoren. Doch eine Woche kann eine lange Zeit sein – Amaranth–Händler Hunter brauchte nur sechs Tage, um die Milliarden zu versenken. „Natürlich gab es bei Amaranth Warnzeichen, die man hätte erkennen können. Aber das Risiko eines verborgenen Strategiewechsels lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagt François Barthelemy, der für F&C Partners in London ein Portfolio verschiedener Hedge-Fonds verwaltet.
Bislang vertrauen die Investoren vor allem auf zwei Gegenmittel gegen das plötzliche Abdriften: Erfahrung und Intuition. Zum Beispiel Ken Kinsey Quick: Der groß gewachsene Südafrikaner mit den breiten Schultern gehört zu den Veteranen der Hedge-Fonds-Branche. Seit zwölf Jahren arbeitet er in dem Geschäft mit dem schnellen Geld. Heute managt er für Thames River Capital vom vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair aus einen Dachfonds, der Geld in viele verschiedene Hedge-Fonds investiert. Kinsey Quick sucht für seinen Warrior-II-Fonds nach neuen, unverbrauchten Ideen, die besonders attraktive Renditen versprechen, wie zum Beispiel den Handel mit Elektrizität. Solche Ideen bergen allerdings das Problem, dass es noch keine Standards und keinen jahrelangen Erfahrungsschatz gibt. Deshalb muss der Südafrikaner bei der Auswahl seiner Hedge-Fonds besondere Sorgfalt walten lassen.
Sein Team versucht, jeden einzelnen Fonds möglichst genau zu überprüfen: Wie sieht die Organisationsstruktur aus, wie funktioniert das Risikomanagement, wie sehen Zahlen und Renditen aus? „Aber am Ende erzählen einem quantitative Analysen nur, wie gut der Fonds in der Vergangenheit war, dass kann morgen schon ganz anders aussehen“, sagt Kinsey Quick.
Der Südafrikaner vertraut deshalb auf weiche Kriterien: „Drei Punkte sind zentral: die Erfahrung des Managements, die Leidenschaft, mit der die Fonds ihre Ideen verkaufen, und die Disziplin, mit der sie ihrer Strategie folgen.“ „Am Ende“, räumt der Dachfonds-Manager ein, „ist es eine Sache des Vertrauens.“
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