Doch das reicht Commerzbank-Manager Mattoo nicht. Er will das Geheimnis der Hedge-Fonds mit wissenschaftlicher Hilfe knacken. „Wir brauchen einfach mehr Transparenz“, sagt er. Deshalb ist die Commerzbank eine Partnerschaft mit den Wissenschaftlern des Londoner Imperial College eingegangen und baut ein eigenes Team aus Physikern und Mathematikern auf. Ziel des Projekts ist es, quantitative Modelle zu entwickeln, die Tag für Tag zeigen, wo und wie Hedge-Fonds tatsächlich Geld verdienen oder verlieren. Ihren Hedge-Fonds–Forschern und den Wissenschaftlern des Imperial College will die Commerzbank völlig freie Hand lassen. „Uns geht es nicht um schnelle Ergebnisse, wir suchen nach einer profunden und tragfähigen Lösung“, macht Mattoo klar.
„Die Fonds agieren an Märkten, deren Daten verfügbar sind. Wenn man diese Daten richtig aufbereitet und analysiert, muss das Bild klarer werden“, erläutert Mattoo. Die Basis für die Grundlagenforschung der Commerzbank bilden so genannte neuronale Netze – ein Forschungszweig der künstlichen Intelligenz, der sich mit Computersystemen beschäftigt, die die Funktionsweise des menschlichen Gehirns simulieren. „Neuronale Netze helfen, relevante Kennziffern aus dem Hintergrundrauschen großer Datenmengen herauszufiltern“, sagt Mattoo. „Das ist enorm wichtig, wenn man die gut 300 Märkte verfolgen will, auf denen Hedge-Fonds aktiv sind.
Vielleicht stoßen die Commerzbank-Wissenschaftler bei ihren Forschungen schon bald auch wieder auf den Namen Maounis. Kaum fünf Monate nach der Milliardenpleite von Amaranth denkt der bereits über die Neuauflage eines Hedge-Fonds nach. Das nennt man wohl Unternehmergeist.
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