Die Liste der Interessenten für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB wird immer länger. Nach der Commerzbank sowie Instituten aus dem öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Lager brachte sich nun auch das schwedische Geldhaus SEB ins Spiel.
HB STOCKHOLM. Bankchefin Annika Falkengren verwies in einem Zeitungsinterview aber darauf, dass für den 38-prozentigen Staatsanteil vermutlich ein hoher Preis gezahlt werden müsse. "Das könnte dann für einen kleinen Spieler wie uns in dieser Situation schwierig werden“, zitierte "Dagens Industri“ vom Mittwoch die Bankerin.
Die IKB-Hauptaktionärin
KfW lässt derzeit von Merrill Lynch
Optionen für ihre 38-prozentige IKB-Beteiligung
prüfen. Ein Verkauf gilt als wahrscheinlich. Mit einer Entscheidung wird aber erst in einigen Monaten gerechnet. Falls sich die staatliche Förderbank von ihrem Anteil trennt, muss der Käufer allen Aktionären ein Pflichtangebot machen.
Während die Deutsche Bank
und die Postbank
bereits abgewunken haben, sieht die SEB das Düsseldorfer Bankhaus als sinnvolle Erweiterung ihres Geschäfts. "Die IKB
ist eine gute Bank für kleine und mittelgroße Firmen in Deutschland und hier wollen wir wachsen“, sagte Falkengren. Letztlich sei ein Kauf aber eine Frage des Preises.
Der Börsenwert der IKB
ist im Zuge der Krise der Bank auf nur noch rund 1,2 Mrd. Euro geschmolzen. Das Institut hatte sich am US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste im Sommer durch ein milliardenschweres Rettungspaket der deutschen Kreditwirtschaft vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Für das Geschäftsjahr bis Ende März erwartet die IKB,
die sich künftig auf ihr Kerngeschäft mit Mittelstandskunden konzentrieren will, einen Nettoverlust von bis zu 700 Mill. Euro.
Dem Zeitungsbericht zufolge gab es schon erste Gespräche zwischen SEB-Topmanagern und IKB-Vertretern
in Stockholm. Falkengren äußerte sich dazu nicht. Einige Analysten zeigten sich überrascht, dass die SEB den Finger bei der IKB
gehoben hat. "Die Schweden wollen seit längerem die Profitabilität ihres Deutschland-Geschäfts erhöhen – das dürfte mit der IKB
schwer werden“, sagte Dieter Hein, Bankenexperte beim Analystenhaus Fairesearch. Die Deutschland-Tochter der SEB kämpft seit einiger Zeit mit rückläufigen Gewinnen und gilt daher als Sorgenkind des Mutterkonzerns.
Hein zufolge gibt es derzeit keinen ausgemachten Favoriten für eine IKB-Übernahme.
"Das Rennen ist völlig offen“, sagte der Analyst.

