Allerdings ist das Angebot an guten Leuten derart knapp, dass zunehmend auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Weil unter den Banken ein regelrechter Kampf um die besten Mitarbeiter ausgebrochen ist, steigen die Gehälter und Prämien für neue Mitarbeiter. Dies gilt vor allem für Vermögensverwalter, die bei einem Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber in der Regel auch ihre Kunden und deren angelegtes Geld mitbringen.
Hier gilt derzeit die Züricher Bank Julius Bär als besonders rührig: Sie ist seit der Übernahme von vier Banktöchtern der UBS auf Wachstumskurs und will insbesondere ihr Geschäft in Asien ausbauen. Die Bank zahlt Spitzengehälter für erfolgreiche Vermögensverwalter, was sich im Halbjahresbericht in einem um 26 Prozent gestiegenen Personalaufwand niedergeschlagen hat. „Die billigste Variante zu akquirieren ist, die richtigen Leute an Bord zu holen“, sagt Alex Widmer, Chef des Privatkunden-Geschäfts bei Julius Bär.
Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung, in dem die Banken zusammengeschlossen sind, nehmen vor diesem Hintergrund die Pläne für eine eigene Nachwuchsförderung Gestalt an. Universitäten, der Bund und die Banken haben gemeinsam das Swiss Finance Institute gegründet, das seit Jahresbeginn Nachwuchsbanker ausbildet. „In zwei bis drei Jahren, wenn die ersten Abgänger auf dem Arbeitsmarkt landen, soll der Flaschenhals beseitigt werden“, sagt Thomas Sutter, Sprecher der Bankiervereinigung.

