Schweizer Großbank UBS: Boni sinken nach Milliardenverlust um sieben Prozent

Schweizer Großbank UBS
Boni sinken nach Milliardenverlust um sieben Prozent

Konzernumbau und Libor-Skandal brocken der Schweizer Großbank UBS einen Milliardenverlust ein. Allerdings kam es nicht ganz so schlimm, wie Analysten erwartet hatten. Die Bonuszahlungen leiden nur leicht.
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ZürichIhre Verwicklung in den Libor-Skandal und Kosten für den geplanten Kahlschlag im Investment-Banking haben der UBS zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder rote Zahlen eingebrockt. Unter dem Strich verbuchte die größte Schweizer Bank einen Jahresverlust von 2,5 Milliarden Franken (zwei Milliarden Euro), wie sie am Dienstag mitteilte.

Zugleich baute das Finanzinstitut im vergangenen Jahr seine Bilanzrisiken ab. Die Eigenkapitalquote auf der Basis von Basel III stieg auf 9,8 Prozent von 9,3 Prozent Ende September. Die Bank ist nahe daran, die ab 2019 geforderten Mindestquote von zehn Prozent frühzeitig zu erfüllen. Die Dividende soll um 50 Prozent auf 0,15 Franken je Aktie erhöhte werden.

Der Verlust kam für Experten nicht überraschend. Die Bank hatte vor Weihnachten allein für das vierte Quartal ein Minus von bis zu 2,5 Milliarden Franken in Aussicht gestellt. Analysten hatten mit einem Jahresfehlbetrag von rund drei Milliarden Franken gerechnet. Vorbörslich lag die UBS-Aktie 1,4 Prozent im Minus.

Trotz tiefroter Zahlen zahlt die UBS für das Geschäftsjahr 2012 Boni von 2,5 Milliarden Franken aus. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen die leistungsabhängigen Zuteilungen damit um sieben Prozent, wie die Bank erklärte. Der Bonus-Pool habe damit den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Finanzkrise erreicht.

Bei der UBS hat der Druck von Großaktionären dazu beigetragen, ein neues Vergütungssystem einzuführen. Demnach sollen die Angestellten einen geringeren Anteil in Bar erhalten, die Auszahlung soll später erfolgen. Zudem dürfen höchstens 2,5 Prozent des bereinigten operativen Ergebnisses als Bonus an die Konzernleitung ausgeschüttet werden.

Ein Teil der Vergütung verfällt, wenn das Kernkapital der Bank einen Schwellenwert unterschreitet. Dies betrifft die 6500 höchsten Angestellten. Diese sollen künftig Anleihen erhalten, die mit einer sogenannten „bail-in“-Option versehen sind. Das bedeutet, dass die Bank diese Papiere in Eigenkapital umwandeln kann – und damit die Boni den Angestellten entzieht. Das soll geschehen, sobald die Eigenkapitalquote der Bank in einer Schwächephase unter sieben Prozent sinkt. Damit folgt die UBS als erste Bank der Empfehlung des finnischen Zentralbankpräsidenten Erkki Liikanen.

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Investment-Banking macht zuletzt weniger Verlust

Kommentare zu " Schweizer Großbank UBS: Boni sinken nach Milliardenverlust um sieben Prozent"

Alle Kommentare
  • Wenn das die besten Eliten sind, die man heute noch für Geld kaufen kann, na dann gute Nacht.

  • Oh doch, das ist nicht nur vorstellbar, das ist sogar so. Die UBS agiert in einem Land mit freier Wirtschaft. Weniger frei sind die Restriktionen fremdregierten Ländern, wie z.B. Deutschland!

  • Trotz Milliardenverlusten überhaupt Boni-Zahlungen?! In der freien Wirtschaft kaum vorstellbar.

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