Schweizer Privatbank: Julius Bär sammelt Geld bei reichen Kunden ein

Schweizer Privatbank
Julius Bär sammelt Geld bei reichen Kunden ein

Die Schweizer Privatbank verwaltet soviel Vermögen wie noch nie. Vor allem vermögende Kunden aus den Schwellenländern tragen ihr Geld nach Zürich zu Julius Bär. Deutsche Kunden ziehen hingegen ihr Geld ab.
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ZürichVermögende Kunden aus Schwellenländern haben der Schweizer Privatbank Julius Bär im Vorjahr zu rekordhohen verwalteten Vermögen verholfen. Der größte börsennotierte reine Vermögensverwalter des Landes sammelte vor allem in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten und Osteuropa 9,7 Milliarden Franken (7,8 Milliarden Euro) an Neugeld ein.

Dagegen hätten Selbstanzeigen von deutschen Kunden bei den Steuerbehörden zu Abflüssen geführt. Insgesamt kletterten die verwalteten Vermögen auf den Höchststand von 189 Milliarden Franken, wie Julius Bär mitteilte. Neben den Neugeldzuflüssen sorgten auch die positiven Finanzmärkte für den Anstieg von elf Prozent im Vergleich zu Ende 2011.

Im laufenden Jahr dürfte Bär das Wachstum beschleunigen. Das Institut bestätigte das mittelfristige Ziel einer jährlichen Neugeldrate von vier bis sechs Prozent. Dazu kommt das kürzlich übernommene internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft von Bank of America Merrill Lynch (BofA), das schrittweise an Bär Übertragen wird. Anfang Februar übernahm Bär die erste Tochtergesellschaft und ihre elf Milliarden Franken an verwalteten Vermögen, so dass der Gesamtbestand die Marke von 200 Milliarden Franken übertraf.

Bär rechnet damit, dass auf diesem Weg bis Ende 2014 bis zu 72 Milliarden Franken dazukommen. Die Zahl ist eine Schätzung, weil im Zuge von solchen Übernahmen jeweils ein kleinerer Teil der Kunden abspringt. Bär bezahlt nur für die Vermögen, die tatsächlich übertragen werden. Bei 72 Milliarden wären dies 860 Millionen Franken.

Trotz des Anstiegs der verwalteten Vermögen verdiente Bär 2012 weniger als im Vorjahr. Das Geldhaus machte dafür vor allem die weitere Abnahme der Kundenaktivität verantwortlich. Zudem musste Bär 38 Millionen für den Steuerstreit mit den USA aufwenden. Das Zürcher Institut ist eine von elf Schweizer Banken, gegen die die US-Behörden in Zusammenhang mit möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung eine Untersuchung laufen haben.

Insgesamt sank der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn um vier Prozent auf 433 Millionen Franken. Der Reingewinn stieg dagegen um 15 Prozent auf 298 Millionen Franken und lag damit leicht über der Analysten-Erwartung von 281 Millionen Franken. Bär will eine Dividende von 0,6 Franken je Aktie auszahlen. Im Vorjahr hatte die Bank zusätzlich zur ordentlichen Dividende von 0,6 Franken eine Sonderdividende von 0,4 Franken ausgeschüttet.

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