Schwieriges Leasinggeschäft: Süd-Leasing wächst in Nischen

Schwieriges Leasinggeschäft
Süd-Leasing wächst in Nischen

Die zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehörende Süd-Leasing peilt auch für das laufende Geschäftsjahr eine zweistellige Wachstumsrate an. Sie konzentriert sich auf starke Sektoren wie Medizintechnik und alternative Energie. Übernahmen sind nicht geplant.

FRANKFURT. Der Spezialfinanzierer will aus eigener Kraft vorankommen. Größere Zukäufe stünden derzeit nicht an, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Sebastian Göring, dem Handelsblatt. Im Geschäftsjahr 2006 steigerte die Gesellschaft ihr Neugeschäft um gut zwölf Prozent auf 2,5 Mrd. Euro, das Branchenwachstum betrug dagegen nur rund 3,5 Prozent.

Süd-Leasing-Chef Göring will über drei Strategien auch in Zukunft überdurchschnittlich zulegen. Einmal konzentriert er sich auf bestimmte Branchen, zweitens wird weiter an der Kostenschraube gedreht und drittens soll das Auslandsgeschäft ausgebaut werden.

Die Ertragslage der deutschen Leasinggesellschaften hat sich in den vergangenen Monaten wegen des härter gewordenen Wettbewerbs verschlechtert. Das liegt auch daran, dass sich die in- und ausländischen Großbanken wieder der Mittelstandsfinanzierung zuwenden. Ähnlich wie im Kreditgeschäft sind auch im Leasing die Gewinnmargen stark geschrumpft. Branchenweit wird der Margenverfall im vergangenen Jahr auf zehn bis 15 Prozent veranschlagt.

„Der Preisdruck wird sich im laufenden Jahr fortsetzen“, prognostiziert Göring. Deshalb konzentriere sich die Süd-Leasing auf solche Geschäftsfelder, die noch hohe Erträge versprächen und nicht nur vom Volumen her zulegten. „Solche Nischen sind die Medizintechnik, das IT-Leasing, die Lebensmittelproduktion und die Photovoltaik bzw. Windkraftanlagen“, erläutert Göring. Die LBBW-Tochter wird das Auslandsgeschäft in den nächsten Monaten ausbauen, Leasinggesellschaften, die nur in Deutschland operierten, hätten es schwer, meint Göring. Im Ausland soll die Belegschaft 2007 um etwa zehn Prozent aufgestockt werden, im Inland werde dagegen auf Produktivitätssteigerungen gesetzt, um mit der gleichen Belegschaft auszukommen. International wachse das Geschäft mit fast 36 Prozent, im Inland komme man dagegen nur auf knapp fünf Prozent.

Der LBBW-Konzern hatte sein Leasinggeschäft im Spätsommer 2006 umgebaut. Dabei wurde die LBBW Leasing GmbH als Holding für den gesamten Bereich gegründet. Unter dem Dach dieser Holding agieren drei operative Gesellschaften: Die beiden LBBW-Volltöchter Süd-Leasing und MKB/MMV sowie die 51-prozentige Tochter LHI. Das großvolumige Mobilienleasing – inklusive Kfz-Geschäft – wird durch die Süd-Leasing abgedeckt. Die MKB/MMV deckt das Leasing kleinerer beweglicher Wirtschaftsgüter ab, und die LHI konzentriert sich auf das Immobilien- und Kommunalleasing.

Momentan rangiert die Süd-Leasing an vierter Stelle im deutschen Markt, an der Spitze liegt die zum Sparkassenlager gehörende Deutsche Leasing.

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