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24.10.2007 
Rückversicherer

Scor beruhigt die Kunden

von Rita Lansch

Der französische Rückversicherer Scor beruhigt die Kunden des übernommenen Schweizer Konkurrenten Converium. Einige deutsche Versicherte hatten befürchtet, Scor könnte nur am Neugeschäft interessiert sein und die Altverträge an eine professionelle Abwicklungsgesellschaft geben. Doch die will der Rückversicherer selbst fortführen.

BADEN-BADEN. „Wir haben keinerlei Absichten, einen Teil des Converium-Geschäfts zu veräußern“, sagte Robert Oberholzer, Deutschland-Chef der Scor dem Handelsblatt. Die Kunden von Converium und Scor sind allesamt selbst Versicherungsgesellschaften. Sie schützen sich üblicherweise über Rückversicherer vor untypischen Risikoausschlägen. Aktuell verhandelt die Branche in Baden-Baden die Konditionen für die Verträge in 2008.

Würden die alten Verträge der Converium-Kunden nur abgewickelt, hätte das erhebliche Nachteile für sie. Abwickler machen kein Neugeschäft, sondern versuchen, die Ansprüche der Altkunden abzufinden. Damit kann ein Kunde sich gefährlich verkalkulieren, vor allem bei lang laufenden Haftpflichtverträgen. Aus diesen Policen können noch Jahrzehnte später Schäden auftauchen, die bezahlt werden müssen – egal ob die Reserven reichen oder nicht.

Die Kunden sorgen sich offenbar, weil sie vor zwei Jahren mit dem Rückversicherer Alea eine negative Erfahrung gemacht haben. Ende 2005 hatte die auf den Bermudas beheimatete Gesellschaft ihr Europa-Geschäft aufgegeben und Daten über Kunden und bestehende Verträge (Erneuerungsrechte) an Scor verkauft. Scor hat diesen Altbestand dann laut Oberholzer selbst an einen Abwickler gegeben. Damals habe Scor allerdings nicht Alea selbst gekauft, betont Oberholzer: „Der Fall ist nicht vergleichbar.“ Die Erneuerungsrechte sind vergleichbar mit der Übernahme der Patientenkartei einer Arztpraxis. Converium wolle man dagegen komplett halten. Darum bemühten er und sein Team sich in Baden-Baden.

Noch laufen die deutschen Geschäfte von Converium und Scor zwar in den separaten rechtlichen Einheiten. Auf Dauer will man aber keine Parallelorganisation finanzieren. „Das deutsche Converium-Geschäft wird mittelfristig auf die deutsche Niederlassung von Scor übertragen“, erklärt Oberholzer.

Scor hat im Februar dieses Jahres die Schweizer Converium nach einem harten Übernahmekampf übernommen. Inzwischen gehört die Gesellschaft den Franzosen zu gut 98 Prozent. Zusammen ist daraus der fünftgrößte Rückversicherer der Welt entstanden. Das Beitragsvolumen liegt bei knapp sechs Mrd. Euro. In Deutschland ist nur der Umsatz von Scor bekannt. Der lag 2006 bei rund 150 Mill. Euro. Converium war etwas kleiner. Die Geschäfte überlappen sich im deutschen Markt stärker als anderswo. Damit könnten auch zu große Abhängigkeiten der Versicherten von einem einzigen Unternehmen entstehen. Doch Oberholzer sagt: „Es sind aber nur drei bis vier Kundenbeziehungen kritisch.“ Kritisch ist eine Vertragsbeziehung für Kunden immer dann, wenn ein Rückversicherer mehr als 15 Anteil hält. Die Kunden scheuen große Abhängigkeiten, was Übernahmen zunehmend schwierig gestaltet.

Konkurrenten wittern in solchen Übernahmesituationen die Chance, Geschäft abzuwerben. Offiziell will sich keiner dazu äußern. Von Maklern ist jedoch zu hören, dass die Scor-Kunden zwar noch taktierten, aber weitgehend bei der Stange blieben.

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