0 Bewertungen
30.05.2007 
Zukäufe geplant

SEB stärkt deutsche Tochter

von Robert Landgraf und Christian Potthoff

Die schwedische Großbank SEB will in Deutschland das Wachstumstempo erhöhen und setzt dabei auch auf Zukäufe. Zwar wollte sich Deutschlandchef Peter Buschbeck nicht zu konkreten Übernahmezielen äußern. Denkbar seien aber Zukäufe sowohl im Filialgeschäft als auch im Firmengeschäft.

FRANKFURT. „Wir haben deutlich mehr Appetit als in der Vergangenheit“, sagte Buschbeck im Gespräch mit dem Handelsblatt. Seit der Übernahme der früheren BfG Bank haben die Schweden in Deutschland nie ihre konzerninterne Renditevorgabe erreicht. Gerade das Privatkundengeschäft galt als Sorgenkind des Konzerns. Deren Chefin Annika Falkengren hatte 2005 der deutschen SEB AG ein Ultimatum bis Ende 2007 gestellt, um nachhaltig in die Gewinnzone zu kommen. Ansonsten drohte sie damit, die Deutschlandsparte bei anhaltendem Misserfolg zu verkaufen.

Mittlerweile ist die Drohung zur Erleichterung der deutschen Tochter vom Tisch. Falkengren gab eine klare Absage an ein Ultimatum und Verkaufsgerüchte: „Deutschland hat einen festen Platz in der Bank“, sagte sie kürzlich vor Analysten. Man könne einzelne Bereiche wie das Privatkundengeschäft nicht isoliert betrachten. Die SEB habe in Deutschland wie in Schweden eine starke Geschäftsbank (Merchantbank), die in großem Umfang vom bestehenden Privatkundensegment abhänge. Eine Bestandsgarantie gibt es jedoch nicht. Die deutschen Aktivitäten werden künftig von Quartal zu Quartal auf ihre Qualität hin überprüft.

Auch Analysten gehen mittlerweile davon aus, dass Deutschland im Konzern verbleibt. „Ein Ausstieg wird immer unwahrscheinlicher angesichts der Fortschritte, die dort erzielt werden“, urteilen etwa die Analysten von Lehman Brothers. Die Stockholmer hatten dank starker Kapitalmärkte den Gewinn im ersten Quartal dieses Jahres deutlicher gesteigert als von Analysten ursprünglich erwartet worden war. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg um 13 Prozent auf 4,2 Mrd. schwedische Kronen (460 Mill. Euro). Die Eigenkapitalrendite nach Steuern lag bei 19 Prozent. Da kann Deutschland nicht mithalten.

Hier erreichte sie nach den Worten von Buschbeck insgesamt neun Prozent. Es belastete vor allem ein Großkreditverlust bei einem Einzelkunden. Auch höhere Refinanzierungskosten durch den Auslauf eines Sicherungsgeschäftes machten sich negativ bemerkbar. Im Privatkundengeschäft liegt die Eigenkapitalrendite sogar bei schwachen 5,1 Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Buschbeck sieht sich beim Sorgenkind Retail-Banking dennoch auf einem gutem Weg.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Renditen von Lebensversicherungen wackeln  Artikel in Merkliste

06.10.2008

Die Finanzkrise trifft die Lebensversicherungen und ihre Kunden. Für 2008 sind die Zinsen sicher. Aber im nächsten Jahr könnten Verluste die Überschussrenditen drücken. Artikel


Anzeige