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22.02.2008 
Stärkere Zusammenarbeit von Genossen und Sparkassen – keine Fusion

„Selbstmord aus Angst vor dem Tod“

von Frank M. Drost und Peter Köhler

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, würde eine stärkere Kooperation mit den Sparkassen im Backoffice-Bereich begrüßen. Fusionen von Sparkassen und Volksbanken haben aus Sicht Pleisters jedoch keine Chance.

BERLIN. „Das würde weder dem Markt etwas nutzen noch den 16 Mill. Genossenschaftsmitgliedern“, antwortete der Verbandspräsident auf dem Handelsblatt-Kongress „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ in Berlin auf eine Frage eines Vorstandsmitglieds der Bordesholmer Sparkasse. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) begrüßte die Initiative: „Das ist ein interessantes Angebot.“

Sparkassen und Volksbanken sollten nach Auffassung Pleisters da „zusammenstehen, wo es um die Konkurrenz zu Dritten“ gehe. Im Kern geht es Pleister also um einen Schulterschluss gegen die private Konkurrenz im Bankenlager. In der Wertpapierabwicklung arbeiten die beiden Finanz-Verbünde bereits zusammen. Sowohl der DSGV als auch der BVR schlossen jedoch Kooperationen in der Kreditabwicklung aus, weil dieser Bereich als wettbewerbssensibel gilt.

Eine potenzielle Fusion mit Sparkassen würden die Genossenschaftsbanken als „Selbstmord aus Angst vor dem Tod“ ansehen, so Pleister. In der Regel wären die Sparkassen größer als die genossenschaftlichen Institute und würden bei einem Zusammengehen eher untergehen. Doch auch bei vergleichbarer Größe gäbe es ein Problem: Die Genossenschaften würden sich nicht von ihrer Rechtsform trennen und in das „Rechtskleid der öffentlich-rechtlichen Körperschaft“ schlüpfen. Umgekehrt seien die Sparkassen aber herzlich eingeladen, die Rechtsform einer Genossenschaft anzunehmen. Bei der Bordesholmer Sparkasse bemüht sich Pleister allerdings vergeblich. Dieses Institut gehört zu der Handvoll von Sparkassen, die in der Rechtsform einer AG firmieren.

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