In der Tat läuteten die Alarmglocken jetzt auch in der Sparkassenorganisation schrill. Denn bislang hatte man dort jeden Versuch erfolgreich abgewehrt, privaten Investoren Zugang zu einer Sparkasse zu verschaffen. So wurde der Versuch des Stralsunder Bürgermeisters torpediert, seine Sparkasse zu veräußern. Und auch in Berlin konnte die Sparkassenorganisation private Interessenten für die Landesbank Berlin, zu der die Berliner Sparkasse gehört, ausstechen. Ein Präzedenzfall in Braunschweig sollte auf jeden Fall verhindert werden.
Das sieht auch NordLB -Vorstandschef Hannes Rehm so. Braunschweigs Überlegungen, eventuell gemeinsam mit einem privaten Partner eine Sparkasse zu gründen, hätte eine quälende und belastende ordnungspolitische Diskussion ausgelöst, gibt Rehm zu bedenken. Da die Sparkassenaufsicht in Niedersachsen wohl eine Neugründung abgelehnt hätte, wäre ein Gang durch die Gerichtsinstanzen absehbar gewesen. "Das alles wollten wir vermeiden", so Rehm.
Unter Vermittlung der Staatskanzlei in Hannover kamen die Streithähne zusammen. Die NordLB stellte ihr Vorstandsmitglied Christoph Schulz für die Verhandlungen mit Braunschweig ab. Nach zähem Fingerhakeln kam ein Kompromiss zustande, der die NordLB zu substanziellen Zugeständnissen zwang.
"Erstmals haben wir in der Geschichte der Stadt Braunschweig eine wirkliche Sparkasse", die auch in der Region verankert sei, urteilt Hoffmann. Unter dem Strich ist auch Rehm zufrieden, der von einem "Novum in der deutschen Sparkassen-Geschichte" spricht.
Und das hängt mit folgender Konstruktion zusammen: Die Landessparkasse Braunschweig wird eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb des NordLB -Konzerns. "Aber die Verantwortung für die Landessparkasse hat schlussendlich die NordLB, das Institut bleibt ein integraler Bestandteil des Konzerns", betont Rehm. Auch künftig bleibe die Sparkassen- und Landesbankenfunktion in Braunschweig verknüpft, was die Ratingagenturen gut finden. Punkt für die NordLB.
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